«Wellcome»

Familien im Toggenburg erhalten jetzt mehr Unterstützung

Stefanie Rohner, 18. Januar 2020, 10:26 Uhr
Freiwillige unterstützen Mütter nach der Geburt eines Kindes im ersten Lebensjahr.
© Wellcome/Christoph Niemann
Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt eines Kindes stellen Familien vor grosse Herausforderungen. Die Hamburger Organisation Wellcome bietet in dieser schwierigen Zeit Unterstützung. Die Kinder- und Jugendhilfe St.Gallen hat die Organisation erfolgreich in die Region geholt.

Die Organisation Wellcome unterstützt Familien mit einem Baby im ersten Lebensjahr während ein paar Wochen oder Monaten. So soll der Übergang in den Alltag erleichtert werden. Speziell dabei, die Unterstützung ist auf die individuellen Bedürfnissen der Eltern ausgerichtet.

«Es kann sein, dass Freiwillige mit dem Kind spazieren gehen, damit sich die Mutter erholen oder etwas erledigen kann. Auch Begleitungen zum Kinderarzt oder zum Einkaufen sind üblich», sagt Christoph Wick, Geschäftsleiter der Kinder- und Jugendhilfe St.Gallen

«Genügend niederschwellig»

2002 wurde die Organisation in Hamburg gegründet, die Kinder- und Jugendhilfe St.Gallen eröffnete die Fachstelle 2015 in Sargans und St.Gallen. Inzwischen umfasst das Wirkungsgebiet auch den Kanton Appenzell Ausserrhoden und neu auch das Toggenburg. 

«Kommt ein Kind zur Welt, sollte es gut aufgehoben sein. Wellcome bietet früh Hilfe, ist aber gleichzeitig genügend niederschwellig. Deshalb wollten wir das Angebot in die Schweiz holen», sagt Wick. 

Immer wieder Freiwillige gesucht

Ein solches Angebot gab es zuvor nicht und wurde in der Ostschweiz gut aufgenommen. «Die Zusammenarbeit mit Hebammen, Gynäkologen sowie der Mütter- und Väterberatung klappte von Anfang an gut. Sie machen die Familien auf das Angebot aufmerksam», sagt Wick.

Zu Beginn gab es genügend Freiwillige, später änderte sich das kurzzeitig. Im Moment sei es aber wieder besser. Dennoch ist man immer wieder auf der Suche nach freiwilligen Mitarbeitern aus den jeweiligen Regionen, gerade jetzt, wo das Toggenburg hinzugekommen ist. 

In Städten mehr Bedarf nach Unterstützung

Konkret fehlt es vorwiegend Frauen an Unterstützung nach der Geburt. Oftmals bewältigen sie den Alltag alleine, da der Mann – gerade wenn das Baby noch gestillt wird – arbeiten geht.

«Oft haben Mütter ein fehlendes oder mangelndes soziales Umfeld und sind den ganzen Tag mit dem Baby alleine. Sei es, weil sie umgezogen sind oder weil Freunde und Grosseltern zu weit weg wohnen», sagt Wick.

Dann fehle es an Entlastung im Alltag. In den Städten ist der Bedarf an Unterstützung grösser als in den Dörfern. Denn dort habe man meist ein engeres Netzwerk.

Endlich wieder joggen gehen

«Eine Mutter hat uns gesagt, sie freue sich jeweils sehr darauf, Zeit für sich zu haben und joggen zu gehen. Für sie war das eine extreme Entlastung», sagt Wick. Für ihn ist das Angebot Unterstützung und Prävention zugleich. 

«Geht es den Eltern gut, sind sie mit dem Kind viel gelassener, was sich auf dieses ebenfalls positiv auswirkt», sagt Wick.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Januar 2020 10:22
aktualisiert: 18. Januar 2020 10:26