St.Gallen

FDP-Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher will in den Ständerat

26. Oktober 2022, 19:32 Uhr
Die St. Galler FDP-Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher soll den frei werdenden Sitz von Ständerat Paul Rechsteiner (SP) für ihre Partei erobern. Die Parteileitung schlägt sie zur Nomination vor. Nationalrat Marcel Dobler und Regierungsrat Marc Mächler verzichten.

Quelle: TVO

Anzeige

«Ich melde meine Kandidatur als Ständerätin an», sagte Vincenz am Mittwoch an einer Medienkonferenz in St.Gallen. Die Nomination der 55-jährigen Politikerin und Rechtsanwältin durch die Delegierten der FDP-Kantonalpartei am 16. November dürfte eine Formsache sein. Die Wahl findet am 12. März 2023 statt.

Vincenz, die seit 2019 dem Nationalrat angehört, sieht sich als Brückenbauerin, die über die Parteigrenzen hinweg Kompromisse erarbeiten kann, wie sie erklärte. Sie sei im Parlament - auch im Ständerat -, in Wirtschaftsverbänden und verschiedensten Interessengruppen gut vernetzt.

Als politische Schwerpunkte nannte Vincenz schlanke Rahmenbedingungen für Gewerbe und Industrie sowie eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik. Daneben will sie sich für gute Beziehungen zum Ausland und eine zukunftsfähige Sicherheitspolitik mit Kooperationen im Rahmen des Neutralitätsrechts stark machen.

Aktive Rolle im Parlament

Für die FDP-Parteileitung eignet sich Vincenz dank ihrer «Politik nahe bei den Menschen und ihrem Engagement für eine starke Wirtschaft» für das Amt. Sie habe sich nach ihrer Wahl in den Nationalrat rasch in der FDP-Fraktion und im Parlament einbringen können und wichtige Geschäfte mitgestaltet.

Vincenz engagiert sich als selbständige Rechtsanwältin auch als Ombudsfrau und in der Opferhilfe. Seit 2020 ist sie Präsidentin der FDP-Frauen Schweiz. Sie kandidierte bereits 2019 für den Ständerat, als es um die Nachfolge von Bundesrätin Karin Keller-Sutter (FDP) ging. Vincenz unterlag damals Benedikt Würth (Mitte).

Sie schätze Würth als Person und Politiker und sei «überzeugt, dass wir gut zusammenarbeiten würden», sagte Vincenz. Sie hoffe bei der Ersatzwahl am 12. März 2023 auch auf Stimmen aus der Mitte.

Frauen-Quartett

Mit Susanne Vincenz (FDP), Esther Friedli (SVP), Barbara Gysi (SP) und Franziska Ryser (Grüne) bewirbt sich ein Quartett aus St.Galler Nationalrätinnen um die Nachfolge von SP-Ständerat Paul Rechsteiner. Dieser tritt im Dezember nach 36 Jahren in der eidgenössischen Politik zurück. Noch offen ist eine allfällige Kandidatur der GLP.

Bei der St.Galler FDP hatten sich neben Vincenz auch Nationalrat Marcel Dobler und Regierungsrat Marc Mächler eine Ständeratskandidatur überlegt. Beide waren an der Medienkonferenz am Mittwoch anwesend. Dobler und Mächler erklärten beide ihren Verzicht und ihre Unterstützung für Susanne Vincenz.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Oktober 2022 15:51
aktualisiert: 26. Oktober 2022 19:32