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Überschwemmung im Thurgau

Feuerwehrkommandant: «Das haben wir noch nie erlebt»

Nico Conzett, 8. Juni 2021, 15:37 Uhr
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Quelle: FM1Today

Die beiden Thurgauer Dörfer Hugelshofen und Dotnacht waren besonders stark von den nächtlichen Regenfällen betroffen. Es kam zu zahlreichen Schadensmeldungen, die Feuerwehr ist seit vergangener Nacht ununterbrochen im Einsatz.

Überflutete Keller, Gärten und Garagen, gewaltige mitgeschwemmte Holzstücke und Menschen, deren Habe Opfer der Wassermassen wurde: Die beiden Thurgauer Dörfer Hugelshofen und Dotnacht waren besonders stark von den Regenfällen in den vergangenen 24 Stunden betroffen. Der Kommandant der Feuerwehr Kemmental, Pascal Furrer, spricht gegenüber TVO von «einer Situation, wie wir sie noch nie erlebt hatten.» Eine ähnliche Situation habe es zwar 2013 bereits gegeben, damals sei das Ausmass aber insgesamt weniger gross gewesen.

Seit Mitternacht im Dauereinsatz

Furrer und seine Kolleginnen und Kollegen sind seit vergangener Nacht ununterbrochen im Einsatz. Insgesamt sind bei der Feuerwehr Kemmental ungefähr 30 Notrufe eingegangen, was eine grosse Herausforderung für die Einsatzkräfte war, besonders in organisatorischer Hinsicht: «Zwischenzeitlich war es frustrierend, weil wir schlicht nicht nachgekommen sind», so Furrer. Sie hätten dann aber auf Personal und Material von umliegenden Feuerwehrbataillons zurückgreifen können.

Besonders problematisch war, dass die Feuerwehr gewisse Einsatzorte gar nicht erreichen konnte, weil die Zufahrtsstrassen nicht mehr passierbar waren.

Dass es genau Hugelshofen und Dotnacht so stark getroffen hat, liegt laut Furrer an der Lage der beiden Dörfer: «Das Gewitter hat sich auf der Nordseite des Ottobergs voll entladen, dadurch sind die Bäche auf dieser Seite stark angestiegen und haben die beiden Dörfer am Fuss des Bergs teilweise überschwemmt.»

Keller bis zur Decke mit Wasser gefüllt

Anwohner Hans Brauchle erinnert sich an die vergangene Nacht: «Ich bin wegen dem Regen aufgewacht und nach draussen gegangen. Da sah ich, dass die ganze Strasse unter Wasser steht.» Das Wasser sei etwa 30 Zentimeter hoch gestanden und die Wege nicht mehr passierbar gewesen.

Ähnliches berichtet auch Emil Jenzer, dessen Firmengebäude ebenfalls Opfer der Naturgewalt wurden: «Das Wasser lief bereits durch das Haus und unser Keller war bis zum Rand voll.» Ausserdem sei der ganze Garten mit Schlamm überdeckt gewesen.

Während die Aufräumarbeiten in den beiden Thurgauer Dörfern weitergehen, kündigen sich bereits die nächsten Regenfälle an. Auch morgen verändert sich die Wetterlage gemäss Experte Klaus Marquardt von MeteoNews nicht.

Nico Conzett
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Juni 2021 15:16
aktualisiert: 8. Juni 2021 15:37