Ostschweiz

Fischotter dank Häufchen nachgewiesen

Fischotter dank Häufchen nachgewiesen

03.05.2016, 10:19 Uhr
· Online seit 03.05.2016, 10:08 Uhr
In der Region Domleschg/Heinzenberg lebt ein Fischotter. Dies bestätigt die Universität Lausanne mittels einer genetischen Analyse an gefundenem Kot.
Christoph Fust
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Erste Hinweise aus der Bevölkerung stammen vom Frühling 2015, wie der Kanton Graubünden mitteilt. Eingesetzte Fotofallen sowie regelmässige Kontrollgänge führten jedoch zu keinen weiteren Nachweisen. Vor etwa zwei Wochen wurde jedoch eine Kotstelle entdeckt, welche die Anwesenheit eines Fischotters bestätigt. Die Herkunft des Tieres sei unbekannt.

Der Kanton Graubünden bittet die Bevölkerung nun, Fischotterbeobachtungen, Spuren und Kotfrunde dem zuständigen Fischereiaufseher oder Wildhüter zu melden. Aber bitte nicht zu nah ran an die Häufchen ...

Sechs Nachweise innert sechs Jahren

Der Fischotter starb im letzten Jahrhundert in der Schweiz aus. Aufgrund der Ausbreitung von Populationen aus dem Osten und Westen darf nun aber davon ausgegangen werden, dass Fischotter wieder auf natürliche Weise in unser Land einwandern.

Der erste überraschende Nachweis eines Fischotters erfolgte im Dezember 2009 beim Kraftwerk Reichenau, schreibt der Kanton weiter. Das Amt für Jagd und Fischerei stellte auf den Videoaufzeichnungen zur Überwachung der Fischwanderungen in der Fischtreppe einen Fischotter fest. Seit März 2010 fehlte jedoch jede Spur dieses heimlichen Einzelgängers. Bis heute konnten in der Schweiz sechs freilebende Fischotter einwandfrei nachgewiesen werden.

Fischotter leben einzelgängerisch und besetzen entlang von vernetzten Gewässersystemen Territorien von bis zu 40 Kilometer Länge. Ihre Hauptnahrung besteht aus Fischen, sie fressen aber auch Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger, Vögel und Flusskrebse sowie Aas. Sie sind in der Lage, Vögel in der Grösse eines Graureihers zu überwältigen.

veröffentlicht: 3. Mai 2016 10:08
aktualisiert: 3. Mai 2016 10:19
Quelle: red

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