Anzeige

Frauen spannen in Wil zusammen

Christoph Fust, 31. März 2019, 14:53 Uhr
180 Frauen trafen sich gestern Samstag in Wil zur zweiten «womanost» unter dem Motto «quer denken - quer machen». Begrüsst wurden Sie von Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

Das vierköpfige OK von «womanost» ist mit dieser Bilanz sehr zufrieden: Die Veranstaltung mit dem Titel «quer denken - quer machen» in der Kanti Wil zog doppelt so viele Frauen an wie vor zwei Jahren. 180 Teilnehmerinnen haben sich in verschiedenen Workshops für die Anliegen der Frauen engagiert. «Es hat sich gezeigt, dass Frauenthemen zu wichtig sind, um nicht darüber zu sprechen», sagt Yvonne Ziegler vom OK.

«Kühe haben mehr Lobbying»

Wichtig war die Veranstaltung auch für die Grussrednerin Karin Keller-Sutter. «Ich wurde als Ständerätin zur «womanost» eingeladen und kam als Bundesrätin», sagt sie. Diesen Termin hätte sie sich nicht entgehen lassen wollen. «Wir Frauen müssen uns gemeinsam engagieren.» Und diese Veranstaltung helfe dabei, das Vertrauen der Frauen in ihre Fähigkeiten zu stärken.

Gespannt folgten alle Zuhörerinnen auch den Worten der Referentinnen. «Kühe haben mehr Lobbying im Parlament als Frauen», erklärt Geschlechterforscherin und Soziologin Franziska Schutzbach. «Frauen haben 108 Milliarden weniger Einkommen als Männer», sagt Politologin Manuela Honegger. Noch immer würden Frauen die meiste Haus- und Betreuungsarbeit leisten- gratis. Sie ruft auch deshalb am 14. Juni zu einem landesweiten Frauenstreik auf.

Ein gutes Netzwerk

Überfüllt war der Saal bei Influencerin Sylwina Spiess. «Wir Frauen haben alle Ziele im Leben, die wir unbedingt verfolgen müssen», sagt die Firmeninhaberin. «Ein gutes Netzwerk, ob Face to Face oder im Internet, kann dabei helfen, diese Träume schneller zu verwirklichen.» Und nicht nur geistig kamen die Frauen an dem Event auf ihre Kosten, auch körperlich.

So bot Katharina Eisenring von «Pallas» eine Schnupperstunde in Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen an. «Ich selbst wurde zum Opfer von Gewalt», erklärt sie am Anfang ihres Workshops. «Deshalb habe ich begonnen mich zu wehren und meine Grenzen zu setzen.»

Unter dem Motto «Austauschen – Auftanken – Lernen» führte der Verein FrauenVernetzungsWerkstatt am 21. März 1998 die erste Veranstaltung durch. Auf die FrauenVernetzungsWerkstatt sollten in den kommenden Jahren die Medienrevolution wie auch gesellschaftliche Veränderungen Einfluss nehmen. Die nächste «womanost» findet am 27. März 2021 statt.

Christoph Fust
Quelle: red.
veröffentlicht: 31. März 2019 14:53
aktualisiert: 31. März 2019 14:53