Ganterschwil

Freiheitsstrafe von 19 Jahren für Ermordung des Partners der Ex

27. Mai 2022, 14:23 Uhr
Das Bundesgericht hat für einen heute 36-jährigen Mann eine Freiheitsstrafe von 19 Jahren bestätigt. Der Nordmazedonier erschoss im September 2015 in Ganterschwil im Toggenburg den neuen Partner seiner früheren Freundin.
Der Verurteilte kritisierte, nicht ausreichend verteidigt worden zu sein – er blitzte vor Bundesgericht ab.
© Keystone

Der Beschwerdeführer beantragte vor dem Bundesgericht einen Freispruch. Er rügte unter anderem, es sei nicht ausreichend abgeklärt worden, ob der wegen Gehilfenschaft verurteilte Kollege die Schüsse abgegeben habe. Der Verurteilte kritisierte zudem, dass er von seiner früheren Anwältin nicht ausreichend verteidigt worden sei. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Verteidigungsstrategie nicht falsch

Die Lausanner Richter kommen in ihrem Entscheid zum Schluss, dass die Verteidigerin keine schweren Pflichtverletzungen vorgeworfen werden könnten. Auch könne ihre Verteidigungsstrategie nicht als falsch bezeichnet werden, nur weil der neue Anwalt eine andere gewählt hätte.

Wie bereits die Vorinstanz erachtet das Bundesgericht die vorhandenen Indizien für die Verurteilung wegen eines vor dem Mord begangenen Raubüberfalls auf eine Tankstelle als ausreichend.

Reduktion von neun Monaten

Weil zwischen der Eröffnung der Strafuntersuchung und dem erstinstanzlichen Entscheid rund viereinhalb Jahre vergingen, stellte bereits das St.Galler Kantonsgericht eine Verletzung des Beschleunigungsgebots fest. Es gewährte dem Mann deshalb eine Strafreduktion von neun Monaten. Dies ist laut Bundesgericht angemessen.

Der Nordmazedonier und sein Gehilfe hatten im September 2015 auf einem Feldweg die frühere Freundin und ihren neuen Partner getroffen. Dort feuerte der Verurteilte neun Schüsse auf den Nebenbuhler ab. Weil er glaubte, das Opfer lebe noch, holte er im Auto ein Messer und stiess es dem Mann in die Brust.

Nach der Tat fuhren der Nordmazedonier und sein Kollege mit dem Auto weg. Noch am gleichen Abend landeten sie in einem Bordell am Bodensee. Wenige Stunden später wurden die beiden verhaftet.

(Urteil 6B_918/2021 vom 4.5.2022)

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Mai 2022 13:03
aktualisiert: 27. Mai 2022 14:23
Anzeige