Maskiert und bewaffnet

Fünf Überfälle im FM1-Land in drei Tagen: Das sagt die Polizei dazu

Svenja Graf, 24. Oktober 2022, 13:31 Uhr
Dreimal im Thurgau, zweimal in Appenzell Ausserrhoden: Innerhalb weniger Tage ereignen sich im FM1-Land mehrere Raubüberfälle. Dass sich die Ereignisse so überschlagen, ist auch für die zuständigen Kantonspolizeien aussergewöhnlich.
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Gleich fünf Mal wird in den vergangenen Tagen im FM1-Land ein Raub begangen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Auch ein allfälliger Zusammenhang wird von der Kantonspolizei Thurgau und Appenzell Ausserrhoden aktuell abgeklärt. Im Kanton St.Gallen blieb es im letzten Monat ruhig.

«Noch nie zwei Überfälle an einem Tag»

«Im Kanton Appenzell Ausserrhoden kommen solche Vorfälle sporadisch vor, sind jedoch eher die Ausnahme», sagt Anton Sonderegger, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden. Gleich nacheinander hat ein maskierter Mann am Samstag eine Lidl- und eine K-Kiosk Filiale mit einem Messer überfallen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob der gefasste Mann für beide Fälle verantwortlich ist.

Der kleine Kanton vermeldete im Jahr 2021 nur eine Handvoll Fälle. Insgesamt vier, zeigt ein Blick in die Kriminalstatistik. Auch im Jahr 2020 waren es mit elf Überfällen nicht viel mehr. «Dass zwei Raubüberfälle an einem Tag passieren, ist meines Wissen in unserem Kanton noch nie vorgekommen. Ob es im Kanton Appenzell Ausserrhoden einen Trend zu Raubüberfällen gibt, kann aufgrund der beiden Fälle nicht beurteilt werden», so Sonderegger.

Drei Fälle innerhalb von zwölf Stunden: Zusammenhang unwahrscheinlich

Im Thurgau schlagen unbekannte Täter vergangene Woche dreimal innerhalb von zwölf Stunden zu. «Drei Überfälle in diesem kurzen Zeitraum sind aussergewöhnlich», sagt Michael Roth, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau.

Am Donnerstagabend überfällt ein maskierter Mann mit einem Beil eine Volg-Filiale in Wigoltingen. Zur selben Zeit rauben zwei Täter eine Aldi Suisse-Filiale in Frauenfeld aus. Und am Freitagmorgen wird eine 48-jährige Frau in Arbon mit einem Messer bedroht und ausgeraubt.

Ein Zusammenhang der Fälle werde immer geprüft, sei in diesem Fall jedoch unwahrscheinlich. «Gemäss aktuellem Kenntnisstand gehen wir nicht davon aus, dass die gleiche Täterschaft aktiv war», so Roth. Es handle sich wahrscheinlich um puren Zufall. «Drei Überfälle so kurz aufeinander ist zwar eine spezielle Konstellation, aber auch bei anderen Delikten gibt es  Schwankungen und Häufungen.»

Keine Auffälligkeiten in St.Gallen

Im Kanton St.Gallen gab es im letzten Monat keine Besonderheiten, wie Simon Anderhalden, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, sagt. «Im Vergleich zum gleichen Zeitraum von 2021 sind die Vorfälle in einem normalen Rahmen. Wir bemerken aktuell keine Auffälligkeiten bei Überfällen.»

In den vergangenen beiden Jahren vermeldete die Kantonspolizei St.Gallen jeweils rund 80 Fälle. Mehr als die Hälfte davon waren ohne Waffe, ansonsten am häufigsten mit einem Messer. Mehrere Raube nacheinander passieren in der Regel nicht. «Im Kanton St.Gallen bemerken wir keinen Nachahmeffekt bei Überfällen», so Anderhalden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. Oktober 2022 14:30
aktualisiert: 24. Oktober 2022 14:30