«Für mich ist das Betrug»

Sandro Zulian, 20. Juli 2017, 15:57 Uhr
Carlo Eigenmann fühlt sich von Coop betrogen.
© zVg
Darf Coop ein Sandwich so einpacken, dass nicht sofort ersichtlich ist, dass es sich um zwei Teile handelt? Nein, findet ein verärgerter Kunde und macht seinem Ärger auf Social Media Luft. Er wünscht sich von Coop mehr Transparenz. Wortwörtlich.

Carlo Eigenmann, Consulter aus St.Gallen, ist verärgert: «In meinem Job kommt es ab und zu vor, dass sich der Mittag verschiebt oder gar ganz ausfällt.» Diese Woche verschob sich sein Mittag einmal dermassen, dass ihm nur noch knapp 20 Minuten zum Essen blieben. «So ging ich kurz über die Strasse zur Tankstelle und holte mir ein Sandwich aus der Coop-Tankstelle.»

Entdeckung hat ihm den «z'Mittag» versaut

Eigenmann war richtig enttäuscht: «Es hat sich herausgestellt, dass genau hinter dem Kartonstreifen mit dem Produktbeschrieb nichts vorhanden war.» Das Sandwich war halbiert und ein Teil habe ihm gefehlt, sagt Eigenmann. «Ich konnte meine hart verdiente Mahlzeit nur halb geniessen, weil nicht das drin war, was drauf stand», ärgert sich der 26-Jährige. Klar stehe nirgends auf der Verpackung, dass es sich um ein ganzes Sandwich handelt. Trotzdem: «Man hat von aussen keine Möglichkeit, herauszufinden, ob es sich um zwei Teile handelt. Man muss die Verpackung aufreissen.»

Da ist nicht das drin, was drauf steht

Eigenmann will nicht kleinlich sein: «Wie viele Teile das Sandwich hat, ist mir eigentlich egal. Wenn ich die Verpackung aber aufmache und merken muss, dass nicht dass dahinter steckt, was ich erwartet habe, dann macht mich das wütend.» Für den Consulter ist klar: Er hat für das ausgegebene Geld nicht das bekommen, was Coop angepriesen hat. «Ich möchte keine bösen Wörter in den Mund nehmen, aber für mich ist das ein bisschen Betrug.»

Absichtliche Irreführung?

Und wenn der Kartonstreifen ein klein wenig verschoben wäre, sodass die beiden Teile klar zu sehen sind? «Dann ist alles in Ordnung. Dann weiss man von aussen, ohne das Produkt zu öffnen, was sich dahinter verbirgt.» Der Kartonstreifen muss laut Eigenmann auch gar nicht auf diesem Teil des Produktes angebracht sein: «Hier könnte man ganz transparent mit Etiketten arbeiten.» Es sehe auf der Etikette bereits so aus, als wäre hier etwas verheimlicht worden, vermutet Eigenmann. «Ich will niemandem unterstellen, den Kartonstreifen absichtlich irreführend so angebracht zu haben, aber für mich sieht es wirklich so aus.» Hinzu komme, dass dieses Sandwich nicht das einzige mit einer solchen Verpackung gewesen sei.

Coop wehrt sich

Der Lebensmittelhändler will die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. Der Wrap sei auseinander geschnitten und in die Verpackung gelegt worden. «Mit dieser Variante sind die beiden Enden, an welchen man die Füllung sieht, gut erkennbar und unsere Kunden wissen direkt, welchen Geschmack sie erwarten dürfen», schreibt Coop-Mediensprecherin Andrea Bergmann auf Anfrage. Den Betrugsvorwurf weist Bergmann entschieden von sich: «Wir wollen unsere Kunden mit der Verpackung nicht täuschen. Wir erachten sie als die beste Variante für unsere Kundinnen und Kunden.»

Sandro Zulian
Quelle: red
veröffentlicht: 20. Juli 2017 14:47
aktualisiert: 20. Juli 2017 15:57