St.Gallen

Gastro: «Es läuft noch nicht so rund wie vor der Krise»

12. Juni 2022, 20:11 Uhr
Die Pandemie ist vorbei und die Gastrobetriebe sind wieder geöffnet. Doch viele Betriebe leiden noch unter den finanziellen Nachwehen und dazu kommt noch ein neues Problem: der Personalmangel.
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Quelle: tvo

Die Gastrobranche hat alle Hände voll zu tun. «Es ist jetzt alles etwas anders», sagt Florian Reiser, Inhaber der Focacceria und weiterer drei Gastrobetrieben in St.Gallen. «Wir haben eine Pandemie und viel Unsicherheiten hinter uns. Es besteht derzeit ein grosser Nachholbedarf bei den Partys – das Catering ist sehr gefragt.» Nicht so ganz erholt haben sich die Restaurants. «Hier gibt es gute und schlechte Tage, es ist noch nicht gut planbar.» Und Reiser fasst die Situation in einem kurzen Satz zusammen: «Es läuft noch nicht so rund, wie vor der Krise.»

Florian Reiser ist Inhaber mehreren Gastrobetrieben in der Stadt St.Gallen.

© Tagblatt (Archiv)

Darlehen des Bundes müssen zurückbezahlt werden

Dazu kommt: Die Gastrobranche muss nun die zinslosen Corona-Darlehen des Bundes zurückzahlen. «Das dürfte viele Betriebe hart treffen, denn noch läuft das Geschäft nicht so gut wie vor der Pandemie», sagt Walter Tobler, Präsident Gastro SG. Auch er bestätigt, dass der Personalmangel derzeit ein grosses Problem bei den Gastrobetrieben in der Ostschweiz ist.

Und so wie in der gesamten Schweiz herrscht auch in St.Gallen akuter Personalmangel im Gastrobereich. «Die Gründe für den Personalmangel sind vielfältig», sagt Karin Jung, Leiterin Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen. «Die Erwerbstätigen werden immer älter und es kommen weniger junge Leute in den Arbeitsmarkt dazu.» Gleichzeitig sei die Zuwanderung kleiner und die Anzahl der Stellen in der Schweiz habe stark zugenommen. Auch Walter Tobler bestätigt, dass der Personalmangel derzeit ein grosses Problem bei den Gastrobetrieben in der Ostschweiz ist.

Gastro muss Anstellungsbedingungen verbessern

Auch bei der Focacceria ist der Fachkräftemangel angekommen. «Bis anhin hatten wir Glück, nun hatten wir viele Neuanstellungen und manche sind noch in der Probezeit. Sie können innerhalb von drei Tagen ihre Arbeitsstelle verlassen. Das schmerzt.»

Die Gastrobetriebe müssen nun über die Bücher gehen und die Anstellungsbedingungen für ihr Personal attraktiver gestalten. «Zum Beispiel werden Arbeitszeiten verkürzt oder die Speisekarte verkleinert», sagt Walter Tobler.

(tvo/agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 12. Juni 2022 20:04
aktualisiert: 12. Juni 2022 20:11
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