Bodensee

Gegen hundert Leichen liegen am Seegrund

30. August 2019, 10:07 Uhr
Die Seepolizei wird unter anderem gerufen, wenn Wassersportler in Not geraten.
© Thurgauer Zeitung/Andrea Stalder
Jedes Jahr sterben im Bodensee mehrere Personen. Nicht alle werden gefunden – die Thurgauer Seepolizei geht davon aus, dass fast 100 Leichen noch nicht aufgetaucht sind.

Die Leiche eines 24-jährigen Mannes trieb wohl mehrere Monate im Bodensee, ehe sie am 1. Mai am Rorschacher Seeufer gefunden wurde (FM1Today berichtete). Immer wieder kommt es im grössten See der Ostschweiz zu Badeunfällen, doch nicht alle Personen werden gefunden. 

99 Vermisste

Gegenüber «20 Minuten» sagt Marcel Kuhn, Dienstchef der Thurgauer Seepolizei, dass sich derzeit fast 100 Leichen im Bodensee befinden. Seit 1947 werde eine Liste vermisster Personen im Bodensee geführt. «Derzeit sind wohl 99 Personen auf dieser Liste.»

Marcel Kuhn ist Dienstchef der Seepolizei Thurgau. 

© Thurgauer Zeitung/Andrea Stalder

«Wie ein Kühlschrank»

Je nach Wasserpegel – stellenweise beträgt die Tiefe über 250 Meter – würden die Leichen nicht an die Oberfläche getrieben. «Ab 60 Meter Tiefe ist der See nur noch vier Grad warm. Das ist wie ein Kühlschrank. Bei dieser Temperatur entstehen kaum noch Gase, die den Körper nach oben treiben könnten», sagt Kuhn gegenüber «20 Minuten». 

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. August 2019 10:07
aktualisiert: 30. August 2019 10:07