RLZO Wil

Geschäftsführerin der Wiler Kunstturnhalle hat gekündigt

9. September 2019, 07:48 Uhr
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Im RLZO in Wil kehrt keine Ruhe ein.
© Tagblatt/Michel Canonica
Es sei eine Protestkündigung gegen die Vorgänge im Vereinsvorstand. Deshalb habe die Geschäftsführerin des Regionalen Leistungszentrums Ostschweiz RLZO für Kunstturnen in Wil ihren Job gekündigt.

Dies schreibt das Tagblatt. Es wäre bereits die zweite Geschäftsführerin seit Januar, welche das RLZO wegen Differenzen mit dem Vorstand verliesse.

RLZO im Frühjahr reorganisiert

Das Ostschweizer Kunstturn-Zentrum kommt damit wieder nicht zur Ruhe. Dies, nachdem der Vereinsvorstand im Frühjahr neu strukturiert wurde. Statt drei gibt es nun sieben Vorstandsmitglieder, vertreten ist seither auch der St.Galler Kantonalturnverband. Vor der Reorganisation gab es gemäss dem Tagblatt eine Mediation zwischen verstrittenen Parteien, diese war allerdings erfolglos.

«Es ist wichtig, für das RLZ Ostschweiz eine Organisationsstruktur und einen neuen Vorstand zu finden, die eine breite Unterstützung der Ostschweizer Turnfamilie gewinnen können. Der STV unterstützt die laufenden Bemühungen und wird diese begleiten», nimmt der Schweizerische Turnverband STV, zu dem auch der St.Galler Kantonalturnverband gehört, im Tagblatt Stellung.

Mit der Kündigung der neuen Geschäftsführerin nach nur acht Monaten kann nun wieder keine Ruhe im RLZO einkehren.

Cheftrainer sitzt in Untersuchungshaft

Zu dieser bestehenden Unruhe trägt auch die momentane Trainingssituation bei. Eine 17-jährige Leistungsturnerin hatte im Sommer Anzeige gegen den Cheftrainer erstattet (FM1Today berichtete). Dieser sitzt nun seit knapp einem Monat in Untersuchungshaft, wie das Tagblatt schreibt. 

Auch andere Eltern und Turnerinnen wurden mittlerweile möglicherweise befragt, gegenüber dem Tagblatt will die Staatsanwaltschaft St.Gallen aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahren allerdings keine Stellung zu dieser Frage nehmen, sie ermittelt wegen sexuellen Handlungen mit Minderjährigen.

Die Frau des Trainers hatte ebenfalls die Kaderstufe trainiert und ist seitdem krankgeschrieben.

Das RLZO hatte den Cheftrainer nach seiner Verhaftung per sofort freigestellt, nun wurde ihm auch ordentlich gekündigt, bestätigt Sven Bradke, Mediensprecher des RLZO gegenüber dem Tagblatt. Zur Kündigung der Geschäftsführerin nimmt er keine Stellung.

Turnerin trainiert wieder normal mit

Nach dem Anschuldigungen der 17-Jährigen trainierte das Mädchen in den vergangenen Wochen nur zu Randzeiten, als sonst niemand in der Halle war. Grund dafür sei unter anderem auch gewesen, dass sich eine Gruppe Eltern gegen das Mitturnen des Mädchens in seiner angestammten Trainingsgruppe gewehrt hätten, schreibt das Tagblatt unter Berufung auf interne Quellen, die aber nicht mit Namen genannt werden möchten.

In den nächsten Tagen soll das Mädchen nun wieder normal in seiner Gruppe mittrainieren, schreibt das RLZO in einer Mitteilung. Unter psychologischer Begleitung werde das ordentliche Kadertraining wieder aufgenommen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. September 2019 07:54
aktualisiert: 9. September 2019 07:48