Gestohlener BMW fällt wegen Radar auf

Sandro Zulian, 11. November 2016, 13:31 Uhr
Zwei Männer im gestohlenen Wagen der «Hirn Automobile» in Appenzell
Zwei Männer im gestohlenen Wagen der «Hirn Automobile» in Appenzell
© Screenshot Facebook
In Appenzell haben zwei unbekannte Männer ein Fahrzeug einer Autogarage gestohlen. Erst als das gestohlene Auto im Thurgau geblitzt wurde fiel der Diebstahl auf. Auf Facebook sucht die Firma «Hirn Automobile» jetzt nach den Unbekannten.

«Ich konnte es zu Beginn gar nicht glauben», sagt Ralph Hirn, Geschäftsführer der Hirn Garage in Appenzell. Er erhielt eine Rechnung, dass sein BMW M3 CSL geblitzt wurde. Schnell fiel auf, dass der Wagen nicht mehr auf dem Fahrzeugpark stand. Hirn ist überzeugt: «Jemand hat dieses Auto gezielt gestohlen.» Der Gebrauchtwagen mit Wert von 80'000 bis 120'000 Franken fehlt offenbar schon seit geraumer Zeit.

Dank Blitzer auf der Suche nach den Dieben

Zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt fährt das verschwundene Auto in Kreuzlingen TG an der Seetalstrasse zu schnell. Ein Blitzer löst aus und schiesst das Foto, das «Hirn Automobile» kurze Zeit später auf Facebook stellt und auf eigene Faust nach den unbekannten Männern fahndet. «Kennt jemand diese zwei Typen, diese haben der Hirn Appenzell AG diesen BMW M3 CSL inkl Kontrollschild AI 15015 gestohlen. Beitrag bitte Teilen. Danke», schreibt die Hirn Automobile AG auf Facebook. Das Auto wurde zwar als gestohlen gemeldet, trotzdem erhofft sich die Autogarage per Fahndung in den sozialen Medien, die Männer identifizieren und dingfest machen zu können.

Private Fahndung ist heikel

«Ich war überrascht, als ich die Information von der Facebook-Fahndung heute Morgen erhalten habe», sagt Paul Broger, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden. «Glücklich sind wir nicht, wenn Private in den sozialen Medien nach mutmasslichen Kriminellen fahnden», so Broger. Dafür gebe es eigene Polizeimethoden, wie das Fahndungssystem «RIPOL». Wenn das Auto nämlich von einer Person gefunden wird, die über den Diebstahl dank Facebook Bescheid weiss, kann es gefährlich werden, so Broger: «In diesem Fall sollte umgehend die Polizei eingeschaltet werden. Wir wollen nicht, dass jemand selbst Polizist spielt». Für den Polizisten ist die Facebook-Fahndung in diesem konkreten Fall aber nicht mehr aufzuhalten. Grundsätzlich könne jede Privatperson und Firma teilen, was sie will.

So sucht die «Hirn Automobile» auf ihrer Facebookseite nach dem gestohlenen Wagen

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook
© Screenshot Facebook

Sandro Zulian
Quelle: saz
veröffentlicht: 11. November 2016 12:29
aktualisiert: 11. November 2016 13:31