Gesucht: Fahrer für die Tierrettung

Nina Müller, 29. August 2018, 08:56 Uhr
Was tun, wenn man sein geliebtes Haustier plötzlich vermisst? Und wer kann helfen, wenn man ein verletztes Tier findet? Dafür gibt es den Verein «KleinTierRettung», der jetzt selber auf Hilfe angewiesen ist.

Immer mehr Ostschweizer schauen bei Tierleid nicht einfach weg, sondern melden sich bei Einrichtungen wie dem Verein aus Vilters. Wurden die Tierretter im Vorjahr zu insgesamt 30 Einsätzen gerufen, so waren sie im ersten Halbjahr 2018 bereits 80 Mal im Einsatz. Damit stösst der Verein an seine Grenzen. Wie praktisch alle Organisationen im Tierschutzbereich, ist auch die Kleintier-Rettung auf Freiwillige und Spenden angewiesen. Im Moment herrscht vor allem ein Mangel an Rettungsfahrern.

«Vom Regenwurm bis zum Hund»

«Zurzeit sind für den Verein zehn ehrenamtliche Rettungsfahrer im Einsatz. Die Auslastung der Helfer ist enorm», sagt Karin Bosshard, Vizepräsidentin des Vereins. «Vom Regenwurm bis zum Hund – die Kleintier-Rettung kümmert sich um alle Arten von Kleintieren im Sarganserland, St.Gallen und dem Bündner Rheintal.»

Karin Bosshard mit ihrer Hündin Yara (Bild: zVg)
Karin Bosshard mit ihrer Hündin Yara (Bild: zVg)

Die Fahrer bringen verletzte, hilfsbedürftige und entlaufene Tiere zum Tierarzt oder zu Auffang- und Pflegestationen. «Im Sommer kümmern wir uns vor allem um Wildvögel und Igel. Die Trockenheit hat vielen Tieren zu schaffen gemacht. Wir mussten beispielsweise dehydrierte Tauben und Igel aufpäppeln. Im Herbst werden Findlings-Katzen vermehrt zum Thema», sagt Karin Bosshard.

Igel sind häufige Fahrgäste der Kleintier-Rettung. (Bild: zVg)
Igel sind häufige Fahrgäste der Kleintier-Rettung. (Bild: zVg)

Fahrer müssen dicke Haut haben

Am häufigsten sind die Rettungsfahrer aber wegen verletzter Tiere im Einsatz. Eine dicke Haut ist deshalb ein wichtiges Kriterium für Interessierte. «Der Anblick ist zum Teil schwierig zu ertragen, aber es gibt auch viele schöne Momente bei dieser Arbeit», sagt Bosshard (welche schönen Momente die Tierretter schon erlebt haben, siehst du in der Bildergalerie). Eine weitere Voraussetzung ist ein Auto, in das eine Hundebox reinpasst. Die restliche Ausrüstung wird vom Verein zur Verfügung gestellt.

Aber nicht nur Fahrer werden gesucht. «Nebst den Rettungseinsätzen fungieren wir auch als Beratungsstelle. Für die telefonische Betreuung können wir ebenfalls Helfer gebrauchen», sagt die engagierte Tierschützerin. Interessierte finden hier weitere Informationen und das Bewerbungsformular.

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Nina Müller
veröffentlicht: 29. August 2018 08:56
aktualisiert: 29. August 2018 08:56