Gewitter: Dutzende Einsätze - ein Toter

Laurien Gschwend, 2. August 2017, 18:33 Uhr
Der heisseste Nationalfeiertag seit Messbeginn endete in heftigen Gewittern. Die Einsatzkräfte hielt unter anderem ein nach einem Blitzeinschlag brennendes Haus in Wienacht-Tobel auf Trab. In Süddeutschland wurde ein Jugendlicher durch einen umstürzenden Baum getötet.

An über 20 Orten im Osten und in den Föhngebieten des Landes wurden Rekordtemperaturwerte gemessen, wie «SRF Meteo» in einer Mitteilung schreibt. Spitzenreiter war Sevelen SG mit 35,7 Grad. In Bad Ragaz wurden 35,4 Grad erreicht, in Chur 34,9 Grad und in Glarus 34,3 Grad. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen dürfte die eine oder andere 1.-August-Feier ins Wasser gefallen sein - am Abend zog ein Gewitter über die Schweiz, teilweise mit Hagel und massiven Sturmböen.

Blitzeinschlag verursacht Brand

Um 19.30 Uhr führte ein Blitzeinschlag in einem Einfamilienhaus in Wienacht-Tobel zu einem Feuerwehreinsatz mit 75 Personen. Wie die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden mitteilt, dürfte der Blitz an der Ostfassade des Gebäudes eingeschlagen haben. Niemand verletzte sich, da die Bewohner zum Zeitpunkt des Blitzeinschlages abwesend waren. Auch Tiere kamen nicht zu Schaden. Die Liegenschaft ist bis auf Weiteres nicht mehr bewohnbar, der Sachschaden beträgt mehrere zehntausend Franken.

Die betroffene Liegenschaft in Wienacht-Tobel. (Bild: Kapo AR)
Die betroffene Liegenschaft in Wienacht-Tobel. (Bild: Kapo AR)

Linde trifft Rollerfahrer

Zwischen Haslen und Appenzell wurde ein 54-jähriger Rollerfahrer von einer alten Linde getroffen. Dabei erlitt er laut der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden eine Hirnerschütterung sowie Verletzungen an den Händen und Schultern.

Ein heftiger Windstoss fegte einen grossen Ast auf die Haslenstrasse. (Kapo AI)
Ein heftiger Windstoss fegte einen grossen Ast auf die Haslenstrasse. (Kapo AI)

Baum kracht auf Haus

Glück im Unglück hatten die Bewohner eines Hauses in Uzwil, dessen Dach von einem Baum getroffen wurde. Nach Angaben der Kantonspolizei St.Gallen verletzte sich niemand. Die Höhe des Sachschadens muss noch ermittelt werden.

Das vom Baum getroffene Uzwiler Haus. (Bild: Kapo SG)
Das vom Baum getroffene Uzwiler Haus. (Bild: Kapo SG)

Insgesamt rückten die St.Galler Feuerwehren zu 25 Unwettereinsätzen in zwölf Gemeinden und der Stadt St.Gallen aus. Sie mussten vor allem entwurzelte Bäume von den Strassen befreien, heisst es bei der Kantonspolizei St.Gallen. Auch einige Baustellenabschrankungen wurden umgeweht. Besonders viele Schäden gab es zwischen Uzwil, St.Gallen und Altstätten.

Jugendlicher stirbt im Zeltlager

Auch Süddeutschland war vergangene Nacht von schweren Unwettern betroffen. In Waldshut nahe der Schweizer Grenze starb ein 15-jähriger Jugendlicher in einem Ferienlager, nachdem ein Baum umgestürzt war und mehrere Zelte getroffen hatte. Verletzt wurden auch ein 13-Jähriger und zwei 14-Jährige. Einer der beiden älteren Jugendlichen erlitt schwere Verletzungen.

So erlebte Linda in St.Gallen das Unwetter:

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80 Unwettermeldungen im Thurgau

Bei der Kantonspolizei Thurgau gingen zwischen 2.30 und 5 Uhr rund 80 Meldungen aufgrund des Gewitters ein. Die Feuerwehren standen in der Region Steckborn mehrheitlich wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist.

Gegen 3.15 Uhr musste die Feuerwehr Eschenz eine 87-jährige Frau aus ihrer unter Wasser stehenden Kellerwohnung retten. Sie verletzte sich und wurde vom Rettungsdienst ins Spital gebracht. In Eschenz fiel innert zehn Minuten soviel Regen wie noch nie.

Zudem mussten die Strasse und die Bahnverbindung zwischen Eschenz und Steckborn vorübergehend gesperrt werden.

TVO-Beitrag zu den Unwettern am 1. August:

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Laurien Gschwend
Quelle: red./SDA
veröffentlicht: 2. August 2017 06:15
aktualisiert: 2. August 2017 18:33