St.Galler Kultband

Grabenhalle wirft Knöppel Sexismus vor und erteilt der Band eine Absage

19.06.2023, 18:54 Uhr
· Online seit 17.06.2023, 16:48 Uhr
Die St.Galler Punkband Knöppel ist bekannt dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt und wurde für ihre ironischen Texte von einem linken Publikum gefeiert. Doch die Stimmung ist gekippt: Das Kollektiv der Grabenhalle in St.Gallen will die Band vorerst nicht mehr bei sich auftreten lassen.

Quelle: TVO

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Eigentlich wollte Knöppel mit Jack Stoiker alias Daniel Mittag als Leadsänger in der Grabenhalle St.Gallen ihr neues Album «Sex, Jazz, Scheisse» vorstellen, das im Herbst erscheinen soll. Doch so soll es nicht kommen: Die Grabenhalle erteilte Knöppel nämlich eine Absage. Vorläufig möchte das Konzertlokal keine Auftritte mehr der Band in ihren Räumlichkeiten haben. Das berichten das Kulturmagazin «Saiten» und das «St.Galler Tagblatt».

Wie kam es zu diesem Entscheid?

Die Grabenhalle ist als Kollektiv organisiert und entscheidet gemeinsam über das Programm. Matthias Fässler nimmt im Namen der 15-köpfigen Betriebsgruppe gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» Stellung. Es gehe ihnen nicht darum, ein Auftrittsverbot auszusprechen, man habe sich gegen diese eine Veranstaltung entschieden.

2019, als Knöppel das letzte Mal in der Grabenhalle aufgetreten war, machte das Team, das im Einsatz stand, schlechte Erfahrungen. Der Abend sei unhaltbar und die ganze Stimmung unangenehm gewesen, hiess es damals in Rückmeldungen von Mitarbeitenden.

Matthias Fässler erklärt, dass nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Grund für die Absage seien, es gebe auch inhaltliche Gründe. Zu penetrant männlich, plump und sexistisch seien die Textzeilen.

Das meint der Bandleader dazu

In einem Online-Kommentar zum «Saiten»-Artikel schreibt er: «Wir finden die Entscheidung natürlich völlig falsch und würden gerne spielen. (...) Mein/unser Standpunkt war und ist, dass die Grabenhalle selber entscheiden kann und soll, wen sie auftreten lässt und wen nicht. (...) In dem Sinne, no bad feelings, wichs on und: peace!»

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veröffentlicht: 17. Juni 2023 16:48
aktualisiert: 19. Juni 2023 18:54
Quelle: St.Galler Tagblatt/Christina Genova/Nina Steiner

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