Graubünden

Gastronomie hat kaum Zeit für Umsetzung der Maskentragepflicht

Krisztina Scherrer, 16. Oktober 2020, 18:47 Uhr
Der Kanton komme den Gastro-Betrieben zwar entgegen, trotzdem bleibt den Betrieben kaum Zeit für die Umsetzung der Maskenpflicht.
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Ab Samstag, 17. Oktober, gilt im Kanton Graubünden die Maskentragepflicht, unter anderem auch in Restaurants, Clubs und Bars. Für den Gastroverband Graubünden ist dies zwar keine Überraschung, doch die Vorbereitungszeit ist knapp.

Es geht Schlag auf Schlag. Die Fallzahlen steigen seit Anfang Oktober stark an. Die Ostschweizer Kantone mussten reagieren. Graubünden hat deshalb am Freitagmorgen die neuen Corona-Massnahmen bekannt gegeben. Darunter auch die Maskentragepflicht in Restaurants, Clubs und Bars. Wer nicht auf einem Stuhl an einem Tisch sitzt, muss eine Maske tragen.

«Können neu verordnete Massnahmen gut tragen»

«Der Entscheid ist nicht überraschend», sagt Franz Sepp Caluori, Präsident von Gastro Graubünden, gegenüber FM1Today. Man sei davon ausgegangen, dass im Winter eine Maskenpflicht fällig wird. «Die neu verordneten Massnahmen können wir gut tragen: Es gibt keine grossen Veränderungen, die Gäste kommen weiterhin ins Restaurant und die Sicherheit ist gewährleistet.»

Knappe Vorbereitungszeit

Am Freitag wurden die Massnahmen beschlossen und am Samstag müssen sie schon umgesetzt werden. «Das Ganze wurde quasi über Nacht verordnet», so Caluori. «Wir hätten für die Vorbereitung gerne zwei bis drei Tage Zeit gehabt.» Doch der Kanton sei den Gastrobetrieben entgegengekommen. «Sie werden nicht sofort kontrollieren und Bussen verteilen.»

Franz Sepp Caluori – Präsident Gastro Graubünden

© Keystone

Gastro Graubünden ist nun dabei, alle Mitglieder über die neuen Massnahmen zu informieren. Wichtig ist Caluori, dass sich alle Betriebe an die Maskenpflicht halten. Die Quarantäne-Regelung kann für Restaurants fatale Folgen haben. Muss einer der Angestellten in Quarantäne, trifft es alle und so kann es bis zur Schliessung des Betriebs kommen. «Wir forcieren deshalb die Schnelltests und haben beim Bundesrat und dem Kanton bereits eine Eingabe gemacht.» So soll man möglichst schnell von der Quarantäne wegkommen. «Die Schnelltests sind zwar noch nicht verfügbar, aber sie wären uns eine Hilfe.»

Gemeinden sind für Kontrollen zuständig

Die Ostschweizer Gesundheitsdirektoren schlugen den Regierungen am Donnerstag ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung des Coronavirus vor. Der Kanton Graubünden setzt folgende Massnahmen um: Maskentragepflicht in Geschäften, Einkaufszentren, Poststellen, Museen, in Kirchen, auf Bahnhöfen und in Gastronomiebetrieben. Von der Maskenpflicht ausgenommen hat die Kantonsregierung Kinder unter 12 Jahren.

An den öffentlichen und privaten Volksschulen gilt für alle Erwachsenen eine Maskenpflicht, ausgenommen in Unterrichtsräumen. Sollte allerdings im Unterricht der Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Lehrpersonen und Schülern nicht eingehalten werden, müssen Masken aufgesetzt werden. Zuständig für die Kontrollen sind die Gemeinden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. Oktober 2020 18:47
aktualisiert: 16. Oktober 2020 18:47