262'000 Franken für Baukartell-Whistleblower

Dario Brazerol, 4. Juni 2018, 11:17 Uhr
Adamn Quadroni hat das Bündner Bau-Kartell ans Licht gebracht und dafür alles verloren.
Adamn Quadroni hat das Bündner Bau-Kartell ans Licht gebracht und dafür alles verloren.
© KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Das Crowd-Funding für den Whistleblower im Bündner Baukartell-Skandal, Adam Quadroni, ist beendet. Das Ziel von 100'000 Franken konnte dabei weit übertroffen werden.
Er hat alles verloren: Seine Frau, seine Kinder, sein Unternehmen. Adam Quadroni hat vieles geopfert, um den Bündner Baukartell-Skandal ans Licht zu bringen. Um ihn zu unterstützen, hat der Student Natanael Wildermuth ein Crowdfunding-Projekt gestartet. «Ich stehe für Gerechtigkeit ein, dass Recht und Moral wieder eine Bedeutung erhalten», schreibt Wildermuth in seiner Erklärung, warum er Adam Quadroni unterstützen will.

Anfang Mai startete der Bauingenieur-Student eine Crowdfunding-Aktion, um Quadroni zu helfen. Das damalige Ziel: 100'000 Franken. Potentiellen Spendern wurden diverse Anreize geboten. Für 90 Franken sollten die Geldgeber beispielsweise eine persönliche Dankeskarte erhalten, für 10'000 Franken eine Übernachtung in Quadronis Maiensässhütte. In den ersten 72 Stunden kam bereits eine Summe von 62'000 Franken zusammen - ein Rekord für die Crowdfunding-Plattform.

Heute, rund einen Monat später, ist die Aktion beendet - und das Resultat übersteigt die angestrebte Summe bei weitem. Die 2066 Spender stellten dem Whistleblower 262'204 Franken zur Verfügung. Mit dem Geld will Quadroni seinen Fall vor das Bundesgericht ziehen und ein neues Leben beginnen. «Seit seiner Verhaftung im letzten Jahr kämpft er um seine drei Töchter, um sie wenigstens regelmässig ohne Aufsicht sehen zu können», schreibt Natanael Wildermuth.

Dario Brazerol
Quelle: dab
veröffentlicht: 4. Juni 2018 11:17
aktualisiert: 4. Juni 2018 11:17