Engadin

40 Prozent weniger Gäste – und nur noch halb so viele Skiunfälle

28. Dezember 2020, 15:33 Uhr
Graubünden ist einer der wenigen Kantone, in dem die Skilifte über die Feiertage laufen dürfen, wie hier im Misox.
© Keystone
Das Engadin und die Bündner Südtäler verzeichnen über die Festtage bisher rund 40 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr. Die Skiunfälle sind auf die Hälfte zurückgegangen, aber die Kälte macht vor allem den Kindern zu schaffen.

Die Weihnachtstage und das anschliessende Wochenende brachten zahlreiche Gäste in das Engadin und die Bündner Südtäler, eine Überfüllung blieb aber aus, schreibt die Engadin-St.Moritz-Tourismus AG. Dies habe eine Blitzumfrage der Taskforce «Corona II Engadin» bei Anbietern des Tourismus und der Gesundheitsversorgung ergeben.

«Nachdem die Wochen vor den Festtagen sehr gut begonnen hatten, liegen die Hotel-Buchungsrückgänge für Weihnachten und die Altjahreswoche je nach Hotelbetrieb zwischen 25 und 70 Prozent», heisst es weiter. Ähnlich gut ausgelastet wie im Vorjahr seien hingegen die Ferienwohnungen.

40 Prozent weniger Ersteintritte

Die Bergbahnen verzeichneten seit dem 19. Dezember bis am Sonntag insgesamt rund 40 Prozent weniger Ersteintritte als im Vorjahr. Der Verkauf von Tageskarten musste einzig am 26. Dezember für die Region Corviglia kurzfristig ausgesetzt werden. Insgesamt blieb aber auch dieser Tag 10 Prozent unter der für diesen Winter festgelegten Höchstmarke.

«Die Behörden nahmen täglich mehrere Kontrollen der Schutzkonzepte von verschiedenen Bergbahnen vor. Dabei zeigte sich, dass die Konzepte von den Bahnbetreibern konsequent umgesetzt wurden, gut funktionieren und von den Gästen sehr gut angenommen werden.» Die Bergbahnen setzen zusätzliche Mitarbeitende ein, um die Gäste auf die Vorschriften hinzuweisen.

Markant weniger Skiunfälle

Mit dem geringeren Gästeaufkommen in den Schneesportregionen liegen auch die Unfallzahlen in der Region tiefer als im Vorjahr. Bei den SOS-Diensten der Bergbahnen ging die Zahl der behandelten Unfälle auf die Hälfte zurück. Auch die Spitäler der Region berichten von weniger Sportverletzten als im Vorjahr. 

«Auffällig ist die hohe Zahl an Skifahrenden, die sich wegen Kälteproblemen an die SOS-Dienste wenden. Die Schönwettertage mit Bise-Tendenz brachten kalte Temperaturen, welche den Gästen insbesondere deshalb zu schaffen machen, weil sie sich wegen der geschlossenen Bergrestaurants nirgends aufwärmen können. Besonders Kinder leiden unter den Folgen der Kälte.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. Dezember 2020 15:31
aktualisiert: 28. Dezember 2020 15:33