Engadin

Abfall neben Bussen: «Camper müssen Verantwortung übernehmen»

26. Mai 2020, 10:01 Uhr
In einigen Regionen lassen Camper ihren Abfall liegen. (Symbolbild)
© iStock
Die Campingplätze sind derzeit noch geschlossen. Deshalb bemerken einige Regionen einen Zuwachs von Wildcampern. Im Engadin stört sich die Gemeinde Zuoz am Abfall, den die Camper liegen lassen.

«Wir bemerken in letzter Zeit einige ältere VW-Bus-Modelle, die in S-chanf beim Eingang des Nationalparks stehen», sagt Beat Gamper, Tourismuskoordinator der Gemeinde Zuoz. «Die Besitzer dieser Busse verhalten sich nicht immer naturkonform.» Es seien bereits einige Reklamationen wegen zu viel Abfall oder der Errichtung der Notdurft hinter Bäumen eingegangen.

«Jeder soll den Platz so hinterlassen, wie er ihn aufgefunden hat»

Gamper hat Verständnis dafür, dass es derzeit mehr Wildcamper gibt, weil die Campingplätze geschlossen haben, aber: «Sie müssen mehr Verantwortung gegenüber der Natur übernehmen.» Er habe immer gedacht, Camper seien naturnahe Menschen, der Abfall in der Nähe der Busse sage aber etwas anderes aus.

Eigentlich gilt in Zuoz und S-chanf ein Campingverbot. Wegen der aktuellen Lage mit den geschlossenen Campinplätzen würden aber vereinzelt Camper toleriert, saubere Camper: «Ich appelliere an die Selbstverantwortung. Jeder soll den Platz so hinterlassen, wie er ihn aufgefunden hat.»

«Gemeinden sind in meisten Fällen kulant»

Auch in anderen Regionen im Kanton Graubünden sind derzeit mehr Wildcamper unterwegs. «Wir haben nebst Zuoz aus Davos, Samedan, dem Val Müstair, Bergell, der Region Viamala und Silvaplana die Rückmeldung erhalten, dass dort in letzter Zeit mehr Camper unterwegs seien», sagt Luzi Bürkli, Sprecher von Graubünden Ferien.

«Die Gemeinden sind in den meisten Fällen kulant. Nur strichprobenartig werden Plätze kontrolliert», sagt Bürkli. Generell sei das Wildcampieren aber in vielen Gemeinden verboten.

Wann die Campingplätze wieder öffnen, hängt derzeit vom Entscheid des Bundesrates ab. Voraussichtlich angekündigt wurde der 8. Juni. Mehr Informationen dazu soll es am kommenden Mittwoch bei der Medienkonferenz des Bundesrates geben.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Mai 2020 09:31
aktualisiert: 26. Mai 2020 10:01