Weinbau

Alles gut beim Wein: Reben bleiben vom Frost verschont

15. April 2021, 10:26 Uhr
Der Frost hat noch keine gravierende Auswirkung auf die Reben in der Bündner Herrschaft.
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die eisig kalten Nächte setzen den Obstbäumen zu. Die aktuelle Kältewelle ist eine Herausforderung für viele Obstproduzenten. Weniger zittern müssen im Moment die Reben respektive die Weinbauern. Und doch: Die heikle Phase steht noch bevor.

Die Lage ist zwar angespannt – doch bleibt man in der Bündner Herrschaft ruhig. Vorläufig. «Bis jetzt verbuchen wir nur ganz lokal einige Frostschäden», sagt Walter Fromm, Bündner Rebbaukommissär und Leiter der Fachstelle Obst- und Weinbau am Plantahof in Landquart.

Traubenknospen sind noch verpackt

Die Reben brauchen aktuell keine Nestwärme. «Wir mussten in diesem Jahr noch keine Frostkerzen einsetzen.» Laut Fromm hat der Kälteeinbruch Ende Februar die Vegetation gestoppt. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir immer noch im Wollstadium sind.» Heisst: Die Reben respektive die Knospen sind immer noch bis ungefähr Minus drei Grad geschützt.

Die Eisheiligen abwarten

Trotzdem ist man in der grossen Weinregion im FM1-Land auf der Hut. «Die heikle Phase kommt erst noch. Unter anderem mit den Eisheiligen», sagt Walter Fromm. Gefährlich wird es für die Reben, wenn es jetzt warm wird, die Wolle aufbricht und es dann nochmals frostig wird. Dann könnten die Knospen leiden und Schäden entstehen. Deshalb würden sich die Weinbauern alles andere als zurücklehnen. Die Frostkerzen stehen bereit.

Ein langer Weg

Wie denn nun der Wein 2021 wird, ist schwierig zu prognostizieren. Respektive zu früh. Die Prognose von Fromm lautet aber: «Wenn es wettertechnisch so weiter geht, wird 2021 ein gutes Weinjahr.»

Das Credo lautet: Je später desto besser. «Matchentscheidend ist vor allem der Herbst. Ist dieser sonnig und warm erwartet uns ein gutes Weinjahr.» Je länger man die Trauben an der Rebe lassen kann, umso besser wird die Weinqualität.

Doch wir wissen: Bis zur Traubenernte im Herbst fliesst noch viel Wasser den Rhein abwärts und einige weitere Wetterkapriolen sind wohl nicht auszuschliessen.

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(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. April 2021 05:56
aktualisiert: 15. April 2021 10:26