Gewässerschutz

Arosa: Fällt die Sanierung der Carmennahütte ins Wasser?

4. Februar 2020, 11:51 Uhr
Gegen die geplante Sanierung und den teilweisen Neubau der Carmennahütte wurde Einsprache erhoben. Eine Grundwasserquelle könnte durch die Bauarbeiten beeinträchtigt werden. Der Bau verzögert sich mindestens ein Jahr.

Im Winter ist auf der Aroser Carmennahütte ganz schön was los. Diese liegt auf 2134 Metern über Meer und direkt an der Plattenhornpiste. Die Hütte ist bekannt für Aprés-Ski-Partys und ihr eigenes alkoholisches Getränk, den «Munggapfupf».

Der Trubel im Winter steht im Gegensatz zum Sommerbetrieb. Über die warmen Monate residieren auf der Carmennahütte 120 Milchkühe, im Bergrestaurant kann man einkehren. Schon seit 50 Jahren wird die Hütte doppelt genutzt, sie soll deswegen saniert werden. 

Die Stadt Chur, welche die Hütte bewirtschaftet, hat für die Sanierung und den Neubau der Hirtenwohnung und des Restaurants 2,6 Millionen Franken bereitgestellt. Die Bauarbeiten hätten eigentlich im April beginnen sollen. Die Sanierung könnte jetzt aber ins Wasser fallen.

Die Hütte liegt in einer Schutzzone

Das Bündner Amt für Umwelt und Natur hat nämlich eine Einsprache gegen das Baugesuch gemacht. Das Amt ist nicht grundsätzlich gegen den Bau, aber es müssten weitere Abklärungen getroffen werden. Denn: Die Hütte befindet sich ausserhalb der Bau-, dafür in einer Grundwasserschutzzone.

«Wir haben zusätzliche Abklärungen wegen dieser Schutzzone verlangt», sagt Amtsleiter Remo Fehr gegenüber der «Südostschweiz». Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der Bau in der Schutzzone kritisch werde.

Es wäre möglich, dass die Grundwasserquelle durch die Bauarbeiten beeinträchtigt wird. Um das zu überprüfen, sind weitere Abklärungen nötig. Damit diese durchgeführt werden können, muss zuerst der Schnee schmelzen.

Mindestens ein Jahr Verzögerung

Die Untersuchungen des Grundwassers können also erst durchgeführt werden, wenn sich langsam wieder Kühe auf der Carmennahütte einfinden. «Der Bau und die Eröffnung werden sich voraussichtlich um ein Jahr verzögern», sagt Baudirektor Tom Leibundgut. 

Dabei seien die Beteiligten zuerst davon ausgegangen, dass die Quelle von den Bauarbeiten nicht beeinflusst werden kann. Erst bei Vorliegen des Baugesuchs habe man reagiert. 

Laut Remo Fehr vom Amt für Umwelt gibt es zwei Möglichkeiten: «Entweder die Schutzzone auf der Alp war etwas zu gross bemessen, oder die Stadt Chur muss ihr Projekt überarbeiten.»

Mindestens diesen und nächsten Winter kann man somit noch wie gewohnt einkehren. Und den Kühen gefällt's da oben so oder so seit 50 Jahren. Umbau hin oder her.

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. Februar 2020 13:16
aktualisiert: 4. Februar 2020 11:51