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Sprachgesetzgebung

Bessere Umsetzung der Dreisprachigkeit in Graubünden gefordert

15. Juni 2021, 16:55 Uhr
Parlamentarische Gruppen haben in einem Manifest gefordert, dass die Sprachgesetzgebung in Graubünden besser umgesetzt wird. Romanisch und Italienisch sollen neben Deutsch konsequenter angewendet werden. Es bestehe Handlungsbedarf.
Parlamentarische Gruppen fordern, dass Italienisch und Romanisch neben Deutsch in Graubünden gleichberechtigt sind. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Das Manifest «GR3» wurde von den Gruppen «Deputazione grigionitaliana del Gran Consiglio» und «Gruppa rumantscha dal Cussegl grond» am Dienstag in der Junisession des Grossen Rates in Davos vorgestellt und anschliessend an die Regierung übergeben. Darin fordern sie in sechs Bereichen die Sprachen Italienisch und Romanisch weiter zu stärken.

So sollen in sämtlichen Gerichtsverfahren alle drei Kantonssprachen angewendet werden. Die Gruppen fordern weiter, dass Informationstafeln, Aufschriften und Wegweiser jeweils in deutsch, romanisch und italienisch beschriftet sind.

Weiter sollen in allen grossrätlichen Kommissionen Vertreter aller drei Kantonssprachen politisieren. Alle kantonalen Institutionen, Ämter, Polizei, Spitäler und Verwaltung sollen die Dreisprachigkeit konsequent umsetzen. Und auch an Schulen soll es selbstverständlich werden, italienisch und romanisch zu lernen.

Es ginge jedoch nicht darum, geltendes Gesetz zu ändern oder Projekte zu kippen, hiess es in einer Mitteilung am Dienstag. Es ginge darum, das Bewusstsein für die Dreisprachigkeit zu schärfen.

Die parlamentarischen Gruppen hätten deshalb für das Manifest mit den Sprachorganisationen Pro Grigioni Italiano und Lia Rumantscha zusammengearbeitet.

Ziel sei es, einen Beitrag zur Verständigung zu leisten, sodass auch Kooperationen geschaffen werden können, hiess es. Die Gruppen streben deshalb eine Gleichberechtigung der Kantonssprachen in allen Bereichen an.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. Juni 2021 16:55
aktualisiert: 15. Juni 2021 16:55