Umzug

Bündner Kunstturner üben ihre Saltos bald in St.Gallen

Noémie Bont, 30. Oktober 2019, 08:22 Uhr
Die Kunstturnvereinigung Graubünden muss nächsten Sommer ihre Trainingshalle in Maienfeld verlassen, weil sie abgerissen wird. Nach fieberhaftem Suchen haben die Verantwortlichen ein neues Zuhause in Mels gefunden. Doch die Sache hat einen Haken.

Eine Halle voll Barren, Recks und Trampoline, das ist das Paradies vieler Kunstturner und der Arbeitsplatz einiger Leistungssportler. So auch in Maienfeld, wo die Kunstturnvereinigung Graubünden wöchentlich rund hundert junge Sportler aus der Region Sarganserland, Werdenberg und Graubünden in einer alten Schulturnhalle fördert und trainiert. Zudem nutzen wöchentlich über hundert Kleinkinder die Halle als Bewegungspark. Doch die Halle wird nächsten Sommer wegen einer Schulerweiterung abgerissen. 

Industriehalle in Mels wird umgenutzt

Fieberhaft suchten die Verantwortlichen der Bündner Turner nach einer neuen Halle. «Es war nicht einfach, einen passenden Trainingsort zu finden», sagt Christof Kuoni, Präsident des Projekts und des neugegründeten Vereins «Turnwerk Südostschweiz». Die öffentlichen Hallen sind alle aus- und überbucht. «Wir sahen nur noch die Möglichkeit, eine alte Industriehalle umzunutzen.» Der Verein ist fündig geworden: Die Firma Wilpag im Omag Areal in Mels zieht bis Ende Jahr aus und hinterlässt eine leere Industriehalle, in die sich die der neue Verein einmieten kann. 

Das Projekt kostet eine Million Franken

20 Jahre lang kann der Verein «Turnwerk Südostschweiz» in dieser Halle bleiben. Doch bis zur Nutzung muss noch einiges passieren. «Das Projekt ist noch nicht finanziert und kostet zwischen 900'000 und einer Million Franken. Fast die Hälfte davon benötigen wir, um alle Turngeräte anzuschaffen. Mit der anderen Hälfte müssen wir Garderoben und sanitäre Anlagen installieren, sowie weitere Umbauarbeiten vornehmen», sagt Kuoni. Dabei ist der Verein auf finanzielle Hilfe angewiesen. «Wir hoffen Unterstützung zu erhalten- vom Kanton, den Gemeinden aus der Region, von Stiftungen, Firmen und privaten Gönnern.» 

Crowdfunding soll helfen 

Via Crowdfunding wollen Christof Kuoni und sein Team vom «Turnwerk Südostschweiz» 150'000 Franken sichern, die man vor allem für die Turngeräte aufwenden möchte. Der Spendebarometer liegt aktuell bei 8'000 Franken – nicht schlecht, denn das Crowdfundig wurde erst vor ein paar Tagen eröffnet. Mit diesem Erklärvideo will der Verein überzeugen:

Hinter dem Projekt sehen die Turner weit mehr als nur ein neues Zuhause. Es sollte ein ganzer Bewegungspark werden für alle Kinder in der Region Werdenberg, Sarganserland, Graubünden und Liechtenstein, den man auch mieten kann. «Es haben uns schon verschiedene Vereine angefragt», sagt Präsident Christof Kuoni. 

Mels steht hinter dem Projekt

Die Gemeinde Mels unterstützt das Projekt grundsätzlich und möchte sich finanziell beteiligen. «Dies ist aber erst in der Abklärung», sagt Thomas Good, Schulratspräsident von Mels. «Diskutiert werden im Moment zwei Sachen: Einerseits einen einmaligen Beitrag der Gemeinde an den Verein. Andererseits könnte sich die Schule zukünftig für einige Sportlektionen in die Halle einmieten.» Wie hoch die möglichen Beiträge sein würden, ist noch nicht klar. Sicher ist aber, dass die Turner spätestens anfangs August in Mels ihre Saltos springen möchten. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. Oktober 2019 07:44
aktualisiert: 30. Oktober 2019 08:22