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Graubünden

Bund lehnt Abschussgesuch für zwei Jungwölfe ab

22. September 2021, 11:09 Uhr
Der Kanton Graubünden darf die zwei Jungwölfe des Stagias-Rudel in der Surselva nicht schiessen. Das Bundesamt für Umwelt hat das entsprechende Gesuch abgelehnt. Die Begründung: Die Schäden in geschützten Nutztierherden liegen unter der Schwelle, die für einen Abschuss ausreichen würden.
In der Schweiz leben rund 130 bis 150 Wölfe. (Symbolbild)
© KEYSTONE/EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Der Kanton Graubünden hat das Gesuch anfangs September beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) eingereicht. Nach Überprüfung der Dokumente hat das Bafu entschieden, dass die Kriterien für einen Eingriff in das Rudel nicht erfüllt sind: Die Schäden in geschützten Nutztierherden liegen unter der Schwelle von zehn gerissenen Tieren. Grund dafür: Der Kanton Graubünden hat auch gerissene Nutztiere angegeben, die nicht geschützt waren, wie das Bafu am Mittwoch mitteilt.

Zahl der Rudel nimmt zu

Am 6. September stimmte das Bafu dem Abschussgesuch des Kantons Graubünden für drei Jungwölfe aus dem Beverin-Rudel zu. Die Wölfe hatten sich wiederholt Menschen genähert und liessen sich nur schwer vertreiben. Nur Tage nach der Bewilligung gelang es der Wildhut, zwei Jungtiere zu schiessen. Aktuell leben in der Schweiz rund 130 bis 150 Wölfe und mindestens 13 Rudel; die Zahl nimmt zu.

Herdenschutz soll gestärkt werden

Als Reaktion auf den in verschiedenen Gebieten des Landes stark wachsenden Wolfbestand passte der Bundesrat Ende Juni die Jagdverordnung an. Die Schwelle für den Abschuss von Wölfen wurde deutlich gesenkt. Gleichzeitig sollte der Herdenschutz mit «verbesserten Voraussetzungen» gestärkt werden.

(sda/red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. September 2021 10:28
aktualisiert: 22. September 2021 11:09