Lugnez

Das Aus für einen alpinen Windpark in Graubünden

24. November 2019, 13:51 Uhr
Im Val Lumnezia werden vorläufig keine Windräder stehen.
© FM1Today
Im Kanton Graubünden ist der erste grosse Windpark in alpiner Landschaft an der Abstimmungshürde gescheitert. Die Lugnezer Bevölkerung verwarf ein Projekt, das 18 grosse Windanlagen auf einer Höhe zwischen 2000 und 2500 Metern über Meer vorsah.

 

Die Bevölkerung der Gemeinde Lugnez lehnte den Windpark am Sonntag mit 543 zu 430 Stimmen ab. Die Beteiligung betrug 59,9 Prozent, wie die Gemeinde informierte. Obschon es sich um eine Konsultativabstimmung handelte, wird das Projekt rund um den 2357 Meter hohen Um Su nicht mehr weiterverfolgt werden.

Bei einem Ja wäre das Vorhaben dagegen vertieft bearbeitet worden. Der Gemeindevorstand hatte im Vorfeld des Urnengangs vom Sonntag auf eine Abstimmungsempfehlung verzichtet.

Umstrittenes Projekt

Das Projekt des Windparks war umstritten. Seit Jahren wehrte sich eine Interessengemeinschaft dagegen. Die mit den Windrädern gewonnene Energie stehe in keinem Verhältnis zur Zerstörung an Tal und Umwelt. Zudem berge das Projekt ein grosses Risiko im Hinblick auf die touristische Entwicklung im Tal, argumentierte die «IG Sezner-UmSu-Grenerberg».

Genug für 20'000 Dreipersonen-Haushalte

Das Vorhaben umfasste 18 Windräder mit je einer Höhe von 120 Metern. Der Park hätte pro Jahr 75 Gigawattstunden (GWh) Strom produziert. 20'000 Dreipersonen-Haushaltungen hätten mit Energie versorgt werden können.

Pläne für Windparks werden im Bündner Oberland seit 2010 gewälzt. Mehrere Firmen haben sich schon dafür interessiert respektive an einer Realisierung gearbeitet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. November 2019 13:52
aktualisiert: 24. November 2019 13:51