Domat/Ems

Die eigenen Mitarbeiter betrogen – Bündner Gerüstbauer verurteilt

17. Februar 2021, 20:59 Uhr
Der Geschäftsführer von Gerüstbau Tscharner steht wegen Betrugs vor Gericht.
© Google Maps
Jahrelang hat die Gerüstbaufirma Tscharner in Domat/Ems seine eigenen Mitarbeiter geprellt. Jetzt wurden der Geschäftsführer und seine Sekretärin vom Regionalgericht Imboden in Domat/Ems verurteilt.

Jahrelang soll die Gerüstbaufirma Tscharner aus Domat/Ems mutwillig betrogen haben – und zwar ihre eigenen Angestellten. Unter anderem sollen die Zeitstempel-Uhren manipuliert worden sein, um weniger Arbeitsstunden zahlen zu müssen.

Lange Liste an Anklagepunkten

In einem konkreten Fall aus dem Jahr 2014 stempelte ein Mitarbeiter regelkonform ein und aus. Auf der Stundenabrechnung fehlten ihm dann aber fast drei Stunden. Offenbar Usus bei der Firma, die mit dem Motto «Geht nicht, gibt's nicht» wirbt. Pensionskassen, Versicherungen und der Steuerverwaltung entgingen ebenfalls tausende Franken an Beiträgen. Die Liste der Anklagepunkte geht freilich noch weiter. So wurde die wöchentliche Höchstarbeitszeit mehrfach überschritten und Ruhezeiten nicht eingehalten.

Hinzu kommen weitere Fälle von Betrug, Urkundenfälschung und Verstösse gegen das Arbeitsgesetz.

Bedingte Freiheitsstrafen

Ans Licht gekommen sind die Vorwürfe bereits 2015. In den letzten Jahren liefen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graubünden, im vergangenen Jahr wurde Anklage erhoben, wie «Schweiz Aktuell» berichtet.

Der Geschäftsführer des Betriebs wurde am Mittwoch vom Regionalgericht Imboden zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten und einer bedingten Geldstrafe von 175 Tagessätzen à 300 Franken verurteilt. Zudem muss er eine Busse von 10'000 Franken bezahlen. 

Seine Sekretärin wurde als Mittäterin schuldig gesprochen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 110 Tagessätzen à 230 Franken und einer Busse von 4100 Franken verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Februar 2021 07:13
aktualisiert: 17. Februar 2021 20:59