Dorfstreit wegen 30 Meter Feldweg

Krisztina Scherrer, 6. Januar 2019, 19:40 Uhr
Die Wintersportler können seit Heiligabend nicht mehr auf direktestem Weg zur Skipiste.
© Keystone
Weil der direkteste Weg zum lokalen Skilift aus Sicht der Bivio Sportanlagen «nicht betriebsnotwendig» ist, hat der Grundeigentümer des Weges ein Durchgangsverbot ausgesprochen. Ganz zum Ärger der Wintersportler.

Ein etwa 30 Meter langer Fussweg sorgt in Bivio für dicke Luft: Der Weg ist für viele Feriengäste und Einwohner seit Jahren der direkteste zum lokalen Skilift. Die Grundeigentümer des Weges liessen die Fussgänger in Vergangenheit passieren und erhielten dafür von den Bivio Sportanlagen ein paar Skiabonnemente. Jetzt wurde der Durchgangsweg gesperrt.

Vereinbarung einfach so aufgelöst

Wie die «suedostschweiz.ch» schreibt, teilten die Bivio Sportanlagen mit, dass der Durchgangsweg ab der Saison 2017/18 «nicht betriebsnotwendig» sei und deshalb auch keine Skiabonnemente ausgehändigt werden. Die Bivio Bergbahnen hätten die Vereinbarung aus dem Nichts aufgelöst und so seien auch die Grundeigentümer nicht bereit, Beschädigungen oder Abfall zu tolerieren.

Mühsamer Umweg

Wer jetzt den Weg benutzt und das Hinweisschild, welches den Wintersportlern den Durchgang untersagt, ignoriert, muss mit einer Busse von bis zu 2000 Franken rechnen. Die Schneesportler sind nun gezwungen, einen kurzen aber mühsamen Umweg zu machen.

Skiabonnemente kommentarlos übergeben

Die Grundeigentümer stossen mit der Sperrung des Weges auf wenig Verständnis der Bevölkerung, sie werden zum Teil sogar beschimpft. «Auch wir möchten eine rasche und faire Lösung für alle Beteiligten. Aus unserer Sicht liegt der Ball bei den Bivio Sportanlagen», sagt Felix Honegger, ein Mitglied der Eigentümerfamilien, gegenüber «suedostschweiz.ch».

Die Skiabonnemente wurden von den Bivio Sportanlagen jahrelang kommentarlos für das Durchgangsrecht vergeben. «Wie viele Bündner Sportanlangen haben auch die Bivio Sportanlagen keine unbegrenzten Mittel und befanden sich auch schon in wirtschaftlich besseren Zeiten», sagt Leo Thomann, Gemeindepräsident von Surses.

Durchgangsverbot bleibt momentan bestehen

Jetzt wurden an der Gemeindevorstandssitzung verschiedene Vorschläge für eine Alternative geprüft. Ein Vorschlag wäre, bei der Regierung eine Enteignung des Weges zu beantragen. Thomann sagt aber gegenüber «suedostschweiz.ch», dass eine Enteignung enorm viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Die zweite Variante wäre es, einen zusätzlichen Weg zu erstellen. Da aber der Fluss Valetta dort verläuft, dürfte auch diese Idee mit einem grossen Aufwand verbunden sein.

Das Durchgangsverbot bleibt momentan bestehen. Viele Wintersportler ignorieren dieses jedoch, passieren den Weg und «pfeifen» auf die Busse.

Krisztina Scherrer
Quelle: sk
veröffentlicht: 6. Januar 2019 19:40
aktualisiert: 6. Januar 2019 19:40