Erstes Musikfestival für Chur

Dario Brazerol, 9. April 2018, 14:30 Uhr
«Der Arcas ist der schönste Platz in der Altstadt mit einer wunderbaren Atmosphäre», sagt Stephan Parpan.
«Der Arcas ist der schönste Platz in der Altstadt mit einer wunderbaren Atmosphäre», sagt Stephan Parpan.
© Keystone/Martin Ruetschi
Nach zehn Jahren des Verhandelns wird dieses Jahr zum ersten Mal das «Arcas Rock Festival» in der Churer Altstadt ausgetragen.

Die ersten Ideen für ein Musikfestival in der Stadt Chur liegen lange zurück. Mit der Schlagerparade und dem Churer Fest gibt es zwar Grossveranstaltungen, die die Massen anziehen, eine Veranstaltung für Rock- und Pop-Musik fehlte aber bislang. Nach über zehn Jahren Verhandlungen mit der Stadt Chur wird sich dies mit dem «Arcas Rock Festival» ändern.

Stadtrat gibt grünes Licht

«Wir waren 2012 kurz davor, eine Bewilligung zu erhalten, diese wurde uns aber im letzten Moment doch nicht ausgestellt», sagt Stephan Parpan, Projektleiter des Arcas Rock Festivals. Ausschlaggebend für die Bewilligung ist der Churer Stadtrat. Dass dieser nach 2012 komplett neu zusammengestellt wurde, begünstigte das Vorhaben eines Musikfestivals im Herzen der Altstadt. «Die neue Regierung ist sehr offen gegenüber neuen Veranstaltungen. Das hat uns in diesem Jahr sicher geholfen.»

«Nicht grundsätzlich gegen ein Festival»

Eine weitere Hürde für das Festival bildeten die Anwohner der Altstadt. Aber auch diese zeigen sich in diesem Jahr wohlgesonnen, wie die Präsidentin des Quartiervereins Altstadt, Isabel Christen, anmerkt: «Wir sind grundsätzlich nicht gegen ein Festival in der Altstadt. Die Veranstalter haben alle Auflagen erfüllt und die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert anscheinend gut. Wir werden jetzt die erste Ausgabe des Festivals abwarten und dann wird man sehen, ob der Arcas-Platz der richtige Austragungsort für ein Musikfestival ist.»

Finanzen zu einem Drittel übertroffen

Kein Problem stellte hingegen das Geld dar. Die finanziellen Ziele konnten zu fast einem Drittel übertroffen werden. «Wir hatten keine Probleme, die passenden Partner zu finden. Das hat uns selber auch ein bisschen überrascht.» Ausserdem konnten seit November schon 120 Gönner-Tickets verkauft werden, mit denen Besucher von diversen Vorteilen profitieren. «Wir haben mit 100 Gönnern gerechnet. Wie wir sehen, hätten wir wahrscheinlich auch 200 verkaufen können. Wir wollen aber alles in einem Rahmen halten, damit es auch etwas Spezielles bleibt.»

«Uns sind Grenzen gesetzt»

Vier Bands werden von 16 bis 23 Uhr auf der Festivalbühne stehen. Neben den drei Schweizer Künstlern The Gardener & The Tree, Me & Marie und Kaufmann konnte mit Lola Marsh auch ein internationaler Act verpflichtet werden. Die grossen Namen sucht man aber vergebens. «Uns sind Grenzen gesetzt. Da wir nur 1600 Personen auf den Platz lassen dürfen, sind wir auch im Budget eingeschränkt. So können wir nicht in der obersten Liga mitspielen.» Dies würde auch nicht der Philosophie des Festivals entsprechen: «Uns geht es nicht darum, einen Headliner zu haben, der jeden Tag im Radio zu hören ist. Wir haben lieber kleine Bands mit hoher Qualität.»

Kaufmann zu Besuch bei FM1Today:

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Der Stadt Chur, so ist sich Parpan sicher, tut das Arcas Rock Festival gut. An die Kritiker hat er nur eine konkrete Bitte: «Sie sollen der Sache eine Chance geben. Ich denke, nach dem Festival werden viele sagen: Schade, dass wir das nicht schon früher gemacht haben.»

Dario Brazerol
Quelle: dab
veröffentlicht: 9. April 2018 12:18
aktualisiert: 9. April 2018 14:30