Ex-Polizist verletzt Ehefrau lebensgefährlich

Laurien Gschwend, 5. November 2018, 18:11 Uhr
In diesem Haus in Sent wohnte der Mann mit seiner Frau. Nach dem Angriff auf seine Frau zündete er es im November 2018 an. (Archivbild)
In diesem Haus in Sent wohnte der Mann mit seiner Frau. Nach dem Angriff auf seine Frau zündete er es im November 2018 an. (Archivbild)
© Kapo GR
In Sent GR ist ein Streit zwischen Eheleuten eskaliert: Ein 60-jähriger Ex-Polizist soll seine Ehefrau mit einem Messer lebensgefährlich verletzt und das Haus angezündet haben.

Zwischen dem früheren Angestellten der Kantonspolizei Graubünden und seiner 45-jährigen Ehefrau kam es am Montag zu einem heftigen Streit: Laut Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, verletzte der 60-Jährige seine Frau mit einem Messer schwer. «Sie ist mit lebensgefährlichen Verletzungen auf die Strasse geflüchtet.» Dort hätten sich Drittpersonen um die 45-Jährige gekümmert und die Rettung alarmiert. Das Opfer wurde ins Kantonsspital Graubünden in Chur geflogen.

Schusswaffen im Haus

Nachdem kurz nach 13 Uhr Explosionen im Haus zu hören waren, brach in der Liegenschaft in Sent GR ein Feuer aus. Schusswaffen im Haus des Ex-Polizisten hätten den Einsatz der Polizei und der Feuerwehr erschwert, sagt Roman Rüegg. Nachdem der 60-Jährige gegen 14 Uhr aus dem brennenden Haus geflüchtet war, konnte er verhaftet werden. Die genaue Brandursache ist noch unklar.

Sechs Einsatzkräfte im Spital

Der Feuerwehr gelang es rechtzeitig, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Im Verlauf des Nachmittags konnte der Brand gelöscht werden. Wegen Rauchgasvergiftungen liessen sich je drei Mitarbeiter des Grenzwachtkorps sowie der Kantonspolizei Graubünden im Spital behandeln.

Psychische Probleme?

Den Grund, weshalb der 60-Jährige nicht mehr Beamter der Bündner Polizei ist, nennt sein früherer Arbeitgeber nicht. Der mutmassliche Täter leide seit längerem unter schweren psychischen Problemen, berichtet blick.ch. Schon mehrmals sei er deswegen stationär behandelt worden.

Gebiet abgesperrt

Während des Einsatzes musste das Wohnhaus des Ehepaars grossräumig abgesperrt werden. Am Haus entstand grosser Sachschaden – es ist nicht mehr bewohnbar. Die Staatsanwaltwschaft Graubünden hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 5. November 2018 17:27
aktualisiert: 5. November 2018 18:11