Coronavirus

Graubünden: Stagnierende Corona-Zahlen dank grossflächigem Testen

31. März 2021, 15:11 Uhr
Zuerst führte Graubünden freiwillige Flächentests für die Bevölkerung durch, wie hier in Zuoz. Später starteten regelmässige Testungen in Schulen und in der Wirtschaft. (Archivbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Nach zwei Monaten des grossflächigen und wiederholten Testens der Bevölkerung auf Corona-Infektionen zieht Graubünden ein klar positives Fazit für seine Teststrategie: Während die Fallzahlen schweizweit grösstenteils ansteigen, stagnieren sie im Bergkanton.

«Seit dem Beginn der Teststrategie gelingt es uns, die Fallzahlen unter Kontrolle zu halten», sagte Martin Bühler, Chef des Kantonalen Führungsstabes, am Mittwoch vor den Medien. Seit in Schulen und in der Wirtschaft regelmässig getestet werde, habe es im Kanton zudem keine relevanten Corona-Ausbrüche mehr gegeben.

«In Betrieben, die regelmässig testen, gehen die Fallzahlen runter», sagte Bühler. Wenn alle Betriebe in Graubünden bei der Teststrategie mitmachten, würden die Zahlen gar kantonal hinuntergehen, zeigte er sich überzeugt.

Seit Anfang Februar beteiligen sich über 1500 Unternehmen mit etwa 50'000 Mitarbeitenden an den wiederholten Testungen. Zudem liessen sich mehr als 21'900 Schülerinnen und Schüler freiwillig regelmässig testen sowie die Lehrpersonen von 144 Bündner Volks- und Mittelschulen. Die hohe Beteiligung entspreche 45 Prozent der mobilen Bevölkerung, hiess es anlässlich der Präsentation der Resultate der Teststrategie.

Skigebietsschliessung hätte 320 Millionen gekostet

Die aktive Teststrategie zeigt laut dem Kanton weitere positive Effekte: Aufgrund der hohen Mobilität wurde während der Wintermonate ein Anstieg der Fallzahlen von rund 20 Prozent erwartet. Dank den präventiven Testungen in den Tourismusbetrieben hätten die Zahlen aber auch dort stagniert.

Weitere einschneidende Massnahmen seien vermieden worden. Auch die Skigebiete habe man durchgehend offenlassen können, hiess es. Eine Skigebietsschliessung hätte nach Berechnungen des Wirtschaftsforums Graubünden zusätzliche 320 Millionen Franken gekostet.

Dem gegenüber seien die 12 Millionen Franken, welche die Testungen bisher kosteten, ein tiefer Betrag, erklärte Peder Platz, Geschäftsführer des Wirtschaftsforums.

Das wiederholte Testen in Unternehmen gewährleistete zudem die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit. Die teilnehmenden Betriebe profitierten von einer angepassten Quarantäneregelung: Mitarbeitende, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten, müssen nicht in Quarantäne. Sie können weiterhin arbeiten, sofern sie symptomfrei bleiben und während sieben Tagen täglich negativ getestet werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 31. März 2021 15:10
aktualisiert: 31. März 2021 15:11