Graubünden

Jugendliche infizieren sich in Lager mit Coronavirus

23. Juli 2020, 12:16 Uhr
Sowohl Kinder als auch Betreuer sind betroffen. (Symbolbild)
© FM1Today
Im Kanton Graubünden hat sich das Coronavirus in einem Jugendlager mit hundert Personen ausgebreitet. Sieben Personen infizierten sich mit dem Virus. Dazu kommt eine Reihe von Verdachtsfällen.

In einem Bündner Jugendlager wurden am Montag sieben Neuinfektionen gemeldet. 100 Personen befanden sich in dem Lager, davon wohnen 80 in Graubünden. «Nach dem Lager hat jemand Symptome verspürt und sich testen lassen», sagt Rudolf Leuthold, Leiter des Gesundheitsamt Graubünden, gegenüber FM1Today. Nach dem positiven Testergebnis wurden alle Beteiligten in Quarantäne geschickt. «Wer Symptome hatte, wurde getestet und so gab es weitere positive Fälle aus dem Lager.» Es wurden sowohl Jugendliche als auch Betreuer angesteckt.

Betroffen sei das Jugendlager Adonia, wie «20 Minuten» schreibt. Die Kinder waren in einem Lager in Parpan und gaben zwei Konzerte, eines in Obersaxen und eines in Davos. «Es kam zu zwei Coronafällen, die keinen direkten Zusammenhang haben. Einer der Besucher wurde positiv getestet und ein Kind in unserem Chor", sagt Patric Neeser, Mediensprecher des Jugendlagers.

42 Konzertbesucher in Quarantäne

Im siebentägigen Jugendlager wurde ein Abschlusskonzert einstudiert. Die Contact Tracer konnten die Konzertbesucher dank Kontaktangaben schnell rückverfolgen und die 42 Personen in Quarantäne versetzen. Einige der Teilnehmer des Jugendlagers zogen vergangenes Wochenende weiter in ein anderes Lager. Dieses wurde aufgelöst, auch diese Teilnehmer befinden sich in Quarantäne.

Konsequenzen für andere Lager gibt es keine. «Jeder muss für sich selber entscheiden, ob er in ein Lager gehen. Es ist ein Ort wo man näher aufeinander ist und das Übertragungsrisiko höher ist. Da muss sich jeder selber überlegen, ob es ihm das Wert ist», so Leuthold.

Verstärkte Kontrolle von Schutzkonzepten

Weil in den letzten Wochen im Kanton Graubünden vermehrt Infektionsherde aufgetreten sind, verstärkt das Gesundheitsamt laut Mitteilung die Kontrollen der Umsetzung von Schutzkonzepten. So haben Betreiber beziehungsweise Organisatoren von öffentlich zugänglichen Betrieben und Einrichtungen sowie an Veranstaltungen Schutzkonzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Zudem haben sie die Richtigkeit der erhobenen Kontaktdaten vor dem Einlass oder Zutritt zu überprüfen und diese in einer gegliederten elektronisch geführten Liste aufzubewahren.

Für die Kontrolle und Durchsetzung der Schutzkonzepte sind die Gemeinden zuständig. Die Anzahl durchgeführter Kontrollen muss wöchentlich an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Aktuell befinden sich im Kanton Graubünden 14 Personen in Isolation, 196 in Quarantäne sowie zwei Personen in Spitalpflege.

(sk/sda)

Quelle: sda/FM1Today
veröffentlicht: 23. Juli 2020 09:05
aktualisiert: 23. Juli 2020 12:16