Notfallstation

Knochenbrüche & Co.: Wintersportler bescheren Spital viel Arbeit

Linda Aeschlimann, 3. Januar 2020, 15:33 Uhr
Das Kantonsspital Graubünden musste zahlreiche Brüche operieren in den letzten Tagen.
© Keystone
Von der Piste direkt ins Spital. Die schönen Skitage bringen nicht nur Jubel, Trubel, Sonnenschein, sondern haben auch ihre Schattenseiten. Im Kantonsspital Graubünden beispielsweise müssen Dutzende Wintersportler unters Messer.

«In den letzten Tagen haben wir in Chur rund 300 verletzte Wintersportler gezählt. Dabei wurden gut 200 Operationen gemacht», sagt Christoph Sommer, Chefarzt Chirurgie im Kantonsspital Graubünden. Die Feiertage sind nicht nur für die Skigebiete absolute Spitzenzeiten, sondern auch für die Notfallstationen.

Im Kantonsspital Graubünden liegt man bei der Patientenzahl ungefähr im Schnitt der letzten beiden Jahre. «Aber klar ist: Wir haben schon viel mehr zu tun als sonst an einem schönen Wochenende», sagt Sommer.

Viele schwer Verletzte in Chur

Dabei ist das Unfallbild meistens das gleiche: Knochenbrüche. Diese reichen von der Hand über die Schulter bis zu den Beinen. Es gab in den vergangenen Tagen aber auch noch schwerere Verletzungen wie beispielsweise Beckenbrüche, die zu inneren Blutungen führten.

An den Spitzentagen zählt das Churer Spital 40 bis 45 verletzte Wintersportler. «Da wir ein Zentrumsspital sind, sind relativ viele schwer Verletzte bei uns. Die müssen dann stationär behandelt werden», sagt Sommer. Deshalb sind im Kantonsspital Graubünden zurzeit die Betten voll. «Wir müssen schauen, dass wir möglichst schnell die Patienten wieder entlassen und Platz machen».

Patienten vor allem aus dem Unterland

Wenn die Patienten noch nicht entlassen werden können, dann wird in Chur geschaut, dass man die ausländischen Patienten in ihr Heimatland verlegen kann und die Schweizer in ein regionales Spital.
«Die meisten Patienten sind Schweizer aus dem Unterland. Aber in den letzten Tagen hatten wir auch zahlreiche Verletzte aus Deutschland und den Niederlanden», sagt Sommer. 

Nicht nur für den Chefarzt der Unfallchirurgie bedeuten diese Tage mehr Arbeit, sondern auch für einen grossen Teil des Spitalpersonals. Zwar gebe es keine Feriensperre, aber die halbe Equipe sei immer vor Ort. «In den kritischen Bereichen wie Notfall und Operationssaal gibt dies eine doppelte oder dreifache Personalbesetzung im Vergleich zu sonstigen Feiertagen oder Wochenenden.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. Januar 2020 19:40
aktualisiert: 3. Januar 2020 15:33