Neue Gärtnerei für Bündner Gefängnis

Laurien Gschwend, 9. Mai 2017, 15:20 Uhr
Die neue Gärtnerei im Bündner Gefängnis Realta ist betriebsbereit. Die Gärtnerei bietet Arbeit für rund 20 Häftlinge. Neben der neuen Gärtnerei hat es nun Platz, um die geschlossene Justizvollzugsanstalt zu bauen.

Neun Monate Bauzeit liegen hinter der Justizvollzugsanstalt Realta, nun ist ein erster Schritt des «Mammutumbaus» abgeschlossen. Das Verkaufs- und Verarbeitungsgebäude mit den dreiseitig angrenzenden Gewächshäusern wurde heute vor den Medien am neuen Standort eröffnet.

Gemüse für Insassen und Bevölkerung

In den neu gebauten Gewächshäusern werden saisonales Gemüse und Gartenpflanzen produziert. Diese dienen der Verpflegung der Insassen des Straf- und Massnahmenvollzugs Realta, sowie dem direkten Verkauf an die regionalen Konsumenten. 20 Insassen des offenen Strafvollzugs finden in der Gärtnerei Arbeit.

Die 4300 Quadratmeter grossen Gewächshausflächen sind in 14 Einheiten unterteilbar. Das Regenwasser wird in einem Teich gesammelt und für die Bewässerung der Agrarprodukte genutzt.

Das Herzstück der Gärtnerei ist der Verkaufs- und Verarbeitungsraum in der Mitte der Fläche, der massiv gebaut wurde. Das Bauwerk ist für die Mitarbeitenden des Vollzugs übersichtlich gestaltet, dies soll die Betreuungsaufgabe erleichtern.

JVA verarbeitet und verkauft die Realta-Produkte

Das Gemüse, welches die Häftlinge in der Gärtnerei anpflanzen, wird auch in der Realta gewaschen, gekühlt und zur Auslieferung vorbereitet. Kunden können im Verkaufsbereich Gemüse, Obst und auch Setzlinge auswählen. Die Realta beherbergt nebst der Gärtnerei auch Werkstätten, die Produkte daraus werden ebenfalls in der Gärtnerei verkauft.

Bauaufträge mehrheitlich an regionale Unternehmen

Die Investitionskosten in den Bau der Gärtnerei betragen 4,9 Millionen Franken. Sie sind Teil des durch den Grossen Rat im August 2015 genehmigten Verpflichtungskredits in der Höhe von 119 Millionen Franken.

Geplant und realisiert wird das gesamte Bauvorhaben durch das Generalplanerteam «La Nicca» unter der Federführung der Churer Architekten Dieter Jüngling und Andreas Hagmann. Die Bauaufträge konnten zu 70 Prozent an regionale Unternehmungen erteilt werden.

Eröffnung der Gärtnerei ist der erste Schritt

Die Gärtnerei wurde heute Dienstag neben dem alten Standort eröffnet. Die Gärtnerei musste ihren alten Standort verlassen, damit die geschlossene Justizvollzugsanstalt ausgebaut werden kann. Diese wird bis Juni 2019 gebaut.

Der Bau der neuen geschlossenen Justizvollzugsanstalt (JVA) ermöglicht die Realisierung eines regionalwirtschaftlich bedeutenden Bauvorhabens mit 152 Insassen- und 80 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Region Heinzenberg/Domleschg. Eine andere Justizvollzugsanstalt in Chur, die heute nicht mehr zeitgemäss ist, kann nach der Eröffnung geschlossen werden und die Häftlinge werden überführt.

Laurien Gschwend
Quelle: sda/enf
veröffentlicht: 9. Mai 2017 15:20
aktualisiert: 9. Mai 2017 15:20