Graubünden

Neue Skigebiete im Unterengadin: Bundesrat beschliesst Marschhalt

18. September 2020, 11:17 Uhr
In Scuol müssen Skifahrer wohl bis auf weiteres auf neue Pisten verzichten.
© Keystone
Die geplanten neuen Skigebiete im Unterengadin dürften nicht so rasch realisiert werden. Das Projekt in Samnaun hat der Bundesrat bedingt genehmigt. Weniger gut sieht es für Scuol aus.

(rwa) Wegen der geplanten Skigebiete hatte der Kanton Graubünden seinen Richtplan angepasst. Die Gemeinden reagieren damit auf die mangelnde Schneesicherheit in tieferen Lagen, indem sie höher gelegene und schneesichere Gebiete neu erschliessen wollen. Am Freitag hat sich der Bundesrat mit dem Richtplan befasst und zeigt sich skeptisch.

Zwar hat er im Falle von Samnaun die Anpassung des Richtplans genehmigt, aber unter einer Bedingung. Die Voruntersuchung zur Umweltverträglichkeitsprüfung muss zeigen, dass die Erschliessung nicht gegen Arten- und Landschaftsschutz verstösst. Das fragliche Gebiet Ravaischer Salaas sei eine bisher unerschlossene Geländekammer, schreibt das Bundesamt für Raumentwicklung in einer Mitteilung. Das Umweltdepartement wird darüber entscheiden, ob die Bedingung erfüllt ist.

Grosse Bedenken hat der Bundesrat bei der Neuerschliessung des Val Tiral oberhalb von Scuol. Eine neue Seilbahn in diesem Gebiet sei kaum mit Bundesrecht vereinbar, weil sie sich erheblich auf die Lebensräume geschützter Wildtiere wie Schneehasen oder den Alpensteinbock auswirken würde, argumentiert die Landesregierung. Sie hat daher die Genehmigung des Richtplans auf Antrag des Kantons Graubünden sistiert. Dadurch könnten der Kanton, die Gemeinde und die Bergbahnen abklären, ob das Gebiet für die geplante skitouristische Nutzung geeignet sei.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 18. September 2020 11:16
aktualisiert: 18. September 2020 11:17