Coronavirus

«Nur Schwerkranke sollen direkt ins Spital»

Laurien Gschwend, 27. Februar 2020, 10:43 Uhr
Ein Pfleger im Aargauer Kantonsspital betritt ein Quarantäne-Zimmer.
© Keystone
Das Coronavirus ist am Donnerstag mit zwei bestätigten Fällen im Kanton Graubünden im FM1-Land angekommen. Die Spitäler sind längstens darauf vorbereitet, mahnen aber davor, mit Symptomen direkt ins Spital zu kommen.

Der erste Corona-Infizierte der Schweiz, ein 70-Jähriger, wird im Spital in Lugano behandelt. Seine Familie muss zwei Wochen in Quarantäne ausharren. Auch im Kanton Graubünden wurden zwei Fälle registriert.

Patientenkontakt nur mit Schutzkleidung

Das Kantonsspital Graubünden ist schon lange auf das Coronavirus vorbereitet. «Wenn uns die ersten Fälle erreichen, werden wir die Patienten isolieren, damit unsere Mitarbeiter und Patienten nicht mit dem Virus in Kontakt kommen», sagt Felix Fleisch, Leiter Infektiologie und Spitalhygiene, auf Anfrage. Das heisst für das Personal: Es darf die Zimmer der Infizierten nur mit Schutzanzügen, Masken, Schutzbrillen und Handschuhen betreten. Ganze Quarantäne-Stationen werde es nicht geben, so der Infektiologe. «Das sind ganz normale Zimmer. Wir isolieren auch Patienten, die schwer an einer gewöhnlichen Grippe erkrankt sind.»

Fleisch hofft, dass es in der Schweiz – anders als in Italien – bei Einzelfällen bleiben wird. «Eine Herausforderung wird die Situation, wenn es plötzlich sehr viele Fälle gibt.»

Keine grosse Gefahr für die meisten

Wichtig ist dem Mediziner, dass keine Panik entsteht. Für die Allgemeinbevölkerung stelle das Coronavirus keine grosse Gefahr dar. «Deshalb sollen nur Leute zu uns kommen, die so schwer krank sind, dass sie Spitalpflege benötigen. Bei einer normalen Grippe gehen ja auch nicht alle ins Spital.»

Apropos Spitäler: In Wuhan, wo das Coronavirus bei Jahresbeginn ausgebrochen ist, hat die chinesische Regierung im Eiltempo 15 Spitäler bauen lassen. Das grösste davon mit fast 3700 Betten ist nun bereit, Patienten aufzunehmen, wie dieses Video zeigt.

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Quelle: CH Media Video Unit / AP

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Februar 2020 07:19
aktualisiert: 27. Februar 2020 10:43