Opfer der Messerattacke ausser Lebensgefahr

Laurien Gschwend, 6. November 2018, 15:51 Uhr
In diesem Haus in Sent wohnte der Mann mit seiner Frau. Nach dem Angriff auf seine Frau zündete er es im November 2018 an. (Archivbild)
In diesem Haus in Sent wohnte der Mann mit seiner Frau. Nach dem Angriff auf seine Frau zündete er es im November 2018 an. (Archivbild)
© Kapo GR
Die 45-jährige Frau, die in Sent GR von ihrem Ehemann mit einem Messer schwer verletzt wurde, ist nach Polizeiangaben ausser Lebensgefahr. Für den mutmasslichen Täter, einen 60-jährigen Ex-Polizisten, hat die Staatsanwaltschaft Haft beantragt.

Rund 24 Stunden nach der Bluttat in Sent GR liegt das Opfer noch immer im Kantonsspital Graubünden in Chur. «Die 45-jährige Frau wurde gestern Abend notoperiert und ist glücklicherweise ausser Lebensgefahr», sagt Roman Rüegg, Mediensprecher der Bündner Kantonspolizei. Wann sie wieder entlassen wird, kann Rüegg noch nicht sagen, da die Verletzungen doch «schwerer Natur» seien. Laut Informationen von «blick.ch» stach der Ex-Polizist seiner Ehefrau das Messer dreimal in den Hals. Die Polizei bestätigt dies vorerst nicht, Details der Tat seien Gegenstand laufender Ermittlungen.

Haftantrag gestellt

Die Kantonspolizei Graubünden nahm ihren ehemaligen Kollegen am Montagnachmittag fest. Nachdem er seine Ehefrau lebensgefährlich verletzt hatte, soll er das geheimsame Wohnhaus in Brand gesteckt haben. «Die Staatsanwaltschaft hat beim Zwangsmassnahmengericht einen Haftantrag gestellt, um den Mann in Untersuchungshaft zu nehmen», sagt Rüegg.

Waren psychische Probleme der Auslöser?

Wie «blick.ch» berichtet, litt der mutmassliche Täter seit längerer Zeit an einer psychischen Krankheit. Der Zustand des 60-Jährigen soll sich im vergangenen Sommer massiv verschlechtert haben. «Er wachte eines Morgens auf und wusste nicht mehr, wer er ist», lässt sich eine Angehörige zitieren. Wegen seiner Probleme habe der mutmassliche Täter aus dem Schützenverein austreten müssen, schreibt «20min.ch». Dazu, ob der Beschuldigte in Vergangenheit negativ aufgefallen ist, äussert sich die Polizei gegenüber FM1Today nicht.

Wohnhaus ist einsturzgefährdet

In der Nacht zum Dienstag hat die Feuerwehr vor dem Wohnhaus in Sent eine Brandwache gestellt. Zudem wurde das Zuhause des Ehepaars polizeilich überwacht. «Da das Gebäude als einsturzgefährdet eingestuft wurde, war eine Begehung erst am späteren Nachmittag möglich», sagt Roman Rüegg. Die Brandursache ist weiterhin unklar. Vor dem Haus waren am Montagnachmittag Explosionsgeräusche zu hören (FM1Today berichtete). «Dazu können wir auch noch nichts Genaueres sagen.»

Hund überlebte Flammen nicht

Während die 45-jährige Frau mit schweren Verletzungen davonkam, hat das Haustier des Ehepaars das Beziehungsdelikt nicht überlebt. Rüegg: «Wir haben im Verlauf des Tages einen toten Hund im Haus gefunden.»

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 6. November 2018 15:50
aktualisiert: 6. November 2018 15:51