Graubünden

Parteispitzen wollen kantonale BDP und CVP fusionieren

23. März 2021, 20:06 Uhr
Die BDP will zusammen mit der CVP als Die Mitte Graubünden die stärkste Fraktion im Bündner Grossen Rat stellen. (Archivbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die Bündner Parteispitzen von BDP und CVP möchten die Kantonalparteien zur Partei Die Mitte Graubünden fusionieren. Nun werden die Mitglieder dazu befragt.

Die BDP Graubünden und die CVP Graubünden sind seit dem 1. Januar als eigenständige Organisationen Teil der neuen nationalen Partei Die Mitte. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Bündner Parteien hat in den letzten Wochen auch ein Zusammengehen auf kantonaler Ebene geprüft.

Aufgrund der Resultate sind die Geschäftsleitungen zum Schluss gekommen, dass eine Fusion der Parteien sowie ein Namenswechsel der richtige Weg für die Zukunft sei. Das erklärten BDP und CVP am späten Dienstagabend in einer gemeinsamen Mitteilung.

Nun wollen die Geschäftsleitungen von den Parteimitgliedern wissen, was sie von diesen Ideen halten. Die BDP befragt ihre Leute mittels einer Umfrage, die CVP ruft zu einer konsultativen Urabstimmung. Gestellt werden je zwei identische Fragen.

Die Parteimitglieder sollen erklären, ob sie mit einer Fusion einverstanden sind. Zudem sollen sie sich zu einer Namensänderung ihrer Partei äussern - unabhängig davon, ob die Fusion zustande kommt. Mit oder ohne Zusammenschluss, beide Parteien sollen in Angleichung an die nationale Partei neu Die Mitte Graubünden heissen.

Die Mitte Graubünden wäre in allen Regionen präsent

Die Geschäftsleitungen weibeln für ein klares «Ja» in beiden Fragen. Sie sehen in einer Fusion viele Vorteile, wie sie in einem Informationsschreiben an die Parteimitglieder erklären. Die Parteien würden sich gut ergänzen, da sie in unterschiedlichen Regionen Graubündens vertreten seien. Gemeinsam könnten sie den ganzen Kanton abdecken.

Das wiederum könnte von einiger Bedeutung sein bei der voraussichtlichen Änderung des Bündner Wahlsystems für den Grossen Rat. Am 13. Juni entscheidet die Bündner Stimmbevölkerung über einen Wechsel vom sogenannten «Bündner Majorz» zu einem Doppel-Proporzwahlsystem.

Bei einem Wechsel werde es entscheidend sein, flächendeckend möglichst viele Wählerstimmen zu gewinnen, heisst es im Informationsschreiben. Die Gesamtstimmen würden im neuen Wahlsystem die Parteistärke bestimmen und damit die Anzahl Sitze im Parlament. Eine vereinte, regional breit abgestützte Partei der Mitte erhöhe die Wahlchancen.

Die Mitte Graubünden soll die stärkste Partei im Kanton und die stärkste Bündner Partei in Bern werden. Das ideologische Fundament sollen die Werte Freiheit, Solidarität und Verantwortung bilden.

CVP will bis Ende Juni entscheiden

Die Mitglieder der CVP können ihre Meinung im Rahmen der Urabstimmung bis 9. April kundtun, die Mitglieder der BDP haben Zeit bis 14. April, ihre Antworten einzusenden. Die CVP will die Ergebnisse der Urabstimmung Ende April bekanntgeben.

Bis Ende Juni wollen die Christlichdemokraten an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung über einen Fusionsvertrag und neue Parteistatuten entscheiden. Die BDP hat noch keinen zeitlichen Fahrplan bekannt gegeben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. März 2021 20:06
aktualisiert: 23. März 2021 20:06