Chur - Sanremo

Sie können noch sitzen: Töffliclub nach 650-Kilometer-Ausflug wieder zurück

Krisztina Scherrer, 17. September 2020, 17:09 Uhr
Der Töffliclub Waazzoouu hat seine fünftägige Tour hinter sich. Mit ihren Töffli sind sie von Chur ins 650 Kilometer entfernte Sanremo in Italien getuckert. Zurück in der Schweiz lassen sie ihr Gefährt erst mal für eine Weile in der Garage.

Zwölf Männer müssen es sein – okay, nicht müssen – aber waren es. Zwölf «Töfflibueben» die einen Entschluss gefasst haben, den Entschluss, mit Smoking, Fliege und Töffli ins Casino nach Monaco zu fahren. Aus Monaco wurde Corona-wegen dann leider Sanremo – aber hey, vier Tage auf einem Töfflisattel sitzen, das mach ihnen mal einer nach.

Platten, «getätschte» Speichen und gerissene Ketten

«Ich muss zugeben, wir haben unsere Töffli nach unserer Rückkehr in Chur erst mal in die Ecke gestellt», sagt Ivo «FiFi» Frei, Präsident des Töffliclubs Waazzoouu. «Die nächsten zwei Wochen fassen wir sie auch bestimmt nicht mehr an.»

650 Kilometer verbrachten die «Töfflibueben» Waazzoouu auf ihren Oldtimern. Zwei Mitglieder waren als «Besenwagen-Fahrer» dabei. Im Gepäck: Ersatztöffli für alle. Die haben sie aber nicht gebraucht, sagt «FiFi». Trotzdem hatte fast jeder einen Schaden: Platten, «getätschte» Speichen oder gerissene Ketten gehören halt dazu. «Getätscht» hat es zum Glück nie.

Etwa 650 Kilometer haben die «Töfflibueben» mit ihren Töffli zurückgelegt.

© FM1Today

Was dafür einige der Fahrer brauchten: «Nach 300 Kilometern sind die Ersten mit Kissen auf dem Sattel gefahren. Die meisten haben aber keines gebraucht», so «FiFi». Ob die Jungs jetzt lieber stehen? «Wir können alle noch wunderbar sitzen.»

Einmal Casino Sanremo, bittschön

Bis kurz vor der Abreise am 9. September war Monaco das eigentliche Ziel der 12-köpfigen Männergruppe. Doch das Fürstentum steht auf der Quarantäneliste. «Wir wussten, wenn wir weniger als 24 Stunden im Land sind, haben wir in der Schweiz keine Quarantänepflicht», so Frei. «Aber in Italien und Frankreich hätten wir Coronatests machen müssen – das wäre zeitlich nicht aufgegangen.» Das neue Ziel hiess also das Casino in Sanremo in Italien, welches sie am 12. September erreichten.

«Es war eine harte Tour. Aber, wir haben es geschafft und alle waren froh, als wir im Casino in Sanremo ankamen. Wir haben zwar Geld verloren, aber wir waren da», sagt «FiFi». Zu zwölft sind sie ins Casino, gewonnen haben zwei etwas. «Wobei einer so euphorisch war, dass er am Schluss doch kein Geld mehr hatte. Also hat nur einer vorwärts gemacht.» Aber der Wille zähle und den hatten sie offensichtlich.

Die «Töfflibueben» vor dem Casino in Sanremo.

© zVg

Töffli brauchen grosse Revision

Ein grosses Highlight auf der Tour selber waren die gastfreundlichen Italiener. «Als wir in Acqui Terme einfuhren, haben uns die Leute zugejubelt.» Da seien die Augen nicht trocken geblieben und Hühnerhaut gab es gleich obendrauf. «Die hatten eine Freude an uns, haben gefilmt und Fotos gemacht. Es war eine riesen Euphorie.»

Wann die nächste Töfflitour stattfindet, weiss «FiFi» noch nicht. «Ich getraue mich noch nicht zu fragen. Ich denke, alle haben noch genug von der letzten. Wir sind froh um eine Pause.» Eine Pause brauchen auch die zwölf Töffli. «Für die Heimfahrt haben wir die Töffli auf zwei Anhänger verladen. Sie waren am Schluss so schlecht ‹zwäg›, dass sie jetzt eine grosse Revision brauchen.» Bevor die nächste Tour stattfindet, müssen also die Töffli noch gerüstet werden. Momentan liegen sie noch in der Werkstatt, das Öl läuft immer noch aus: «Wir haben bis jetzt noch nichts gemacht und haben bestimmt einige Wochenenden Arbeit vor uns.»

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Quelle: zVg

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. September 2020 19:26
aktualisiert: 17. September 2020 17:09