Laax

Sinn und Zweck des geplanten Yogazentrums sind umstritten

15. Januar 2020, 11:59 Uhr
Das Achtsamkeitszentrum soll in den Hang gebaut werden. Es soll 200 neue Stellen schaffen. (Visualisierung)
© zVg
Mehrere Investoren planen in Laax ein Achtsamkeitszentrum für rund 250 Millionen Franken. Durch das geplante Zentrum sollen Stellen geschaffen werden und Geld in die Gemeinde fliessen. Nicht alle sind mit dem Zentrum einverstanden, weil es in der Landwirtschaftszone zu stehen kommen soll.

«Anaram» ist persisch und bedeutet «endloses Licht». Diesen Namen soll das geplante Yoga- und Achtsamkeitszentrum in Laax tragen. Dieses endlose Licht wurde der 2000-Seelen-Gemeinde im Dezember vorgestellt. Ein Megabau, der in der Landwirtschaftszone zu stehen kommen soll.

Angebot für einflussreiche Manager

Derzeit gibt es erst Visualisierungen des Projekts und die Zustimmung der sechs Landbesitzer. Da das Achtsamkeitszentrum aber in einer Landwirtschaftszone zu stehen kommt, braucht es eine entsprechende Zonenänderung. Diese ist derzeit beim Bund hängig. Erst wenn das Projekt durch alle Istanzen durch ist, kann das Volk mitsprechen. Gemäss «Tagesanzeiger», sollen die Laaxerinnen und Laxer bereits dieses Jahr über das Zentrum abstimmen können.

Unter den Intitianten des Zentrums ist auch der Rheintaler Pino E. Zünd. Er ist Feuer und Flamme für das Projekt: «Wir wollen damit einflussreichen Menschen helfen, bessere, sozialere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.» Geplant seien 100 Suiten, in denen Manager während mindestens vier Tagen an Kursen teilnehmen können oder eine Einzelbetreuung bekommen.

200 Stellen sollen geschaffen werden

Nebst dem Immobilienmakler sind auch noch der Länderchef des Unterwäscheherstellers Sloggi, der Deutschgrieche Georgios Parapas, und die österreichische Achtsamkeitstrainerin und Ökonomin Petra Maria Heeb mit an Bord. Heeb hatte die Idee des Zentrums.

Grosser Widerstand hat sich gemäss «Tagesanzeiger» gegen das Zentrum in Laax noch nicht gebildet. Zumindest kein lauter Widerstand. Es werde nur getuschelt – niemand möchte aber derjenige sein, der das Projekt verhindert. Denn immerhin versprechen die Investoren, dass durch den Megabau rund 200 Stellen geschaffen werden. Geld soll ausserdem auch durch den Verkauf des Landes in die Gemeinde fliessen. Den Landbesitzern sei ein gutes Angebot gemacht worden. Dieses Geld gelange, gemäss Behörden, in Form von Gewinnsteuer und Ausgleichszahlung grösstenteils wieder zur Gemeinde Laax.

«Bergwelt darf nicht verscherbelt werden»

Es gibt aber einzelne Personen, die sich kritisch zu «Anaram» äussern: «Ein solches Projekt hat in einer Landwirtschaftszone nichts zu suchen. Wir werden die weiteren Schritte zusammen mit den Umweltverbänden sehr kritisch im Auge behalten. Denn wir wollen nicht, dass die Bergwelt an den Meistbietenden verscherbelt wird – schon gar nicht unter dem Deckmantel der Achtsamkeit», wird im Tagesanzeiger Nicolas Zogg von den Bündner Grünen zitiert.

Ein Verscherbeln der Berge oder doch ein Tourismusmagnet, das in Zeiten schneearmer Winter, Gäste in die Region locken soll? Die Meinungen sind geteilt. Bevor vertieft über das Projekt diskutiert wird, muss der Bund allerdings über die Zonenänderung entscheiden. 

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Januar 2020 16:17
aktualisiert: 15. Januar 2020 11:59