Sportfreunde Stiller wandern durchs Bündnerland

Lara Abderhalden, 22. Juli 2017, 15:38 Uhr
Eine rucklige Fahrt, eine Bergetappe mit dem Rennvelo, eine Schweizer Käseplatte und ganz viel Lob für die Bündner Berge – Sportfreunde Stiller fühlen sich am Openair Lumnezia unglaublich wohl und verschenken ihren Bassisten, wenn das Publikum gut genug mitmacht.

Vor dem Konzert am Samstagabend hatte FM1Today-Redaktorin Lara Abderhalden die Gelegenheit, mit Schlagzeuger «Flo» und Bassist «Rüde» der deutschen Band Sportfreunde Stiller ein Interview zu führen.

Ihr hattet am Freitagabend ein Konzert in Karlsruhe, heute schon der nächste Auftritt. Seid ihr fit?

Rüde: Es war eine leicht rucklige Fahrt. Wir sind des Öfteren aufgewacht und waren völlig verstrahlt. Wenn man hier hinaus schaut, dann erschlägt einem dieses Panorama beinahe vor lauter Schönheit. Es ist total super. Wir sind gestern im Regen in den Bus gestiegen und heute unter blauem Himmel, vor Heidi-artiger Kulisse aufgewacht. Es ist wunderbar.

Gestern hattet ihr 45'000 Zuschauer, heute sind es am Openair Lumnezia nicht einmal halb so viele. Macht das einen Unterschied?

Flo: Es ist total egal, wie viele Zuschauer vor der Bühne stehen. Es ist grossartig, wenn der Funken überspringt. Man kann ein Konzert nicht an der Masse festmachen, man muss eine gemeinsame Sause feiern können und wir haben gehört, das Val Lumnezia hat ein feierfreudiges Volk. Es wäre total blöd, wenn nur zwei Zuschauer vor der Bühne stehen würden, das wären dann mehr als auf der Bühne. Hatten wir zwar auch schon.

Ihr seid die letzte Band, ist das gut oder schlecht?

Flo: Ich befürchte, viele werden verkatert sein. Ein paar Bierleichen wird es auch haben. Vielleicht haben sie aber auch Angst vor den Bierleichen, die vor ihnen auf der Bühne stehen. Nein, Samstagabend ist super. Irgendjemand muss der Letzte sein und ich denke die Leute werden nochmals richtig Gas geben.

Ihr seid ja ein bisschen eine Festivalband. Was ist speziell an Festival-Auftritten?

Rüde: Es kommen auch Fans anderer Bands. Da hat es Hip Hop-Fans, Hardcore-Fans oder alle möglichen Menschen vor der Bühne. Alle haben Bock auf das, was wir machen. Das ist an normalen Konzerten nicht so wild durchmischt.

Was ist das erste, was ihr jeweils tut, wenn ihr in der Schweiz seid?

Flo: Eine Käseplatte plündern. Ich war heute Morgen beim Frühstücksbüffet sehr enttäuscht, dass es keinen Käse hatte. Dies hat man mir wohl angesehen und brachte mir sofort eine riesige, schöne Käseplatte.

Was ist das Schlimmste, was heute Abend passieren könnte?

Flo: Ein Gewitter, das uns die Leute weg stibitzt. Wir mussten ein grosses Festival in Linz absagen wegen des Unwetters. Das hat es in unserem 21-jährigen Bandbestehen noch nie gegeben, ausser einmal sind wir wegen Schnee auf der Autobahn stecken geblieben. Aber in Linz waren wir da und 7000 Zuschauer warteten auf uns und auch wir waren bereit und haben uns gefreut.

Aber macht es Spass, im Regen zu spielen?

Rüde: Ich habe keinen Bock mehr auf Regen. Mich nervt er. Vor allem der kalte, eisige Regen. Ich wünsche mir für heute Abend einen klaren Himmel, einen milden Sommerabend mit vielen Leuten vor der Bühne.

Was erwartet die Besucher?

Flo: Wenn das Publikum toll mitmacht, dann stecken wir den Rüde in eine Menschenkanone und schmeissen ihn ins Publikum. Wer ihn auffängt, der darf ihn mit nach Hause nehmen. Klingt gut oder, Rüde?

Rüde: Wunderbar.

Euer Konzert ist erst kurz vor Mitternacht, was tut ihr heute noch?

Rüde: Ich setze mich auf das Rennrad und fahre ein paar Stunden den Berg hinauf. Gibt eine Bergetappe. Es ist der Wahnsinn hier. Ich freue mich auf den Moment, wenn ich den Gipfel erklommen habe und runter rasen kann. Es wird hart aber schön.

Flo: Ich werde den Badesee besuchen, eine kleine Wanderung machen, eine Hütte aufsuchen und viel zu viel Bier bestellen. Ausserdem werde ich Moop Mama von der Bühne aus bestaunen.

Mischt ihr euch auch unter das Volk?

Rüde: Wir sind total gerne im Publikum, aber uns wird es irgendwann zu blöd, weil wir uns nicht unterhalten können, sondern immer nur Fotos machen müssen. Das nervt schon manchmal. Man steht dann nur vor der Kamera und hat nichts voneinander. Die ganze Zeit vor dem Handy abhängen ist auch nicht cool.

Lara Abderhalden hatte vor dem Konzert die Gelegenheit mit Rüde (links) und Flo (rechts) ein Interview zu machen.
Lara Abderhalden hatte vor dem Konzert die Gelegenheit mit Rüde (links) und Flo (rechts) ein Interview zu machen.
© Lara Abderhalden hatte vor dem Konzert die Gelegenheit mit Rüde (links) und Flo (rechts) ein Interview zu machen.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 22. Juli 2017 15:38
aktualisiert: 22. Juli 2017 15:38