Chur

Trotz Herausforderungen – RhB erreicht Spitzen-Ertragswerte

5. Dezember 2022, 15:57 Uhr
Drohende Energieknappheit, Teuerung und Kostensteigerung machen auch der Rhätischen Bahn zu schaffen. Für das Jahr 2022 erwartet das Bahnunternehmen trotzdem ein positives Unternehmensergebnis. Auch der geglückte Weltrekord hat seinen Teil dazu beigetragen.
Am 29. Oktober gelang der Rhätischen Bahn der Weltrekord für den längsten Personenzug der Welt.
© Keystone
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Corona-Pandemie mit grossen Einschränkungen, rasche Erholung der Nachfrage, drohende Energieknappheit, Teuerung und Kostensteigerungen – und ein Weltrekord: Das Geschäftsjahr 2022 ist für die Rhätische Bahn (RhB) voller Herausforderungen, Ungewissheiten aber auch Höhepunkte. Das operative Geschäft gibt der RhB Anlass zur Zuversicht, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Rekord-Ergebnis

Seit dem Frühling 2022 liegen die Monatswerte im Personenverkehr und Autoverlad teilweise klar über den Spitzenwerten von 2019. Mit einem positiven Rekord-Unternehmensergebnis von zirka sechs Millionen Franken kann der Verkehrsertrag aus diesem Jahr an das bisher beste Ergebnis aus dem Jahr 2019 angeknüpft werden.

Für die Segmente Infrastruktur und Nebengeschäfte zeichnet sich ein Nullergebnis und im Güterverkehr ein leicht negatives Ergebnis ab.

Highlight des Jahres

Ein Höhepunkt in diesem Jahr sei für die RhB eindeutig der erfolgreiche Weltrekordversuch für den längsten Personenzug der Welt gewesen. Dieses Ereignis habe den Herbst überstrahlt, teilt das Unternehmen mit. «Der Weltrekord für den längsten Personenzug der Welt vom 29. Oktober 2022 löste ein bei der RhB noch nie dagewesenes weltweites Medienecho aus.»

Mit grosser Freude, Dankbarkeit und auch Staunen über die gewaltige Anzahl von Reaktionen schaute RhB-Direktor Dr. Renato Fasciati an der Jahresendmedienkonferenz vom 5. Dezember 2022 am RhB-Hauptsitz in Chur nochmals zurück. «Nun gilt es, die weltweite Aufmerksamkeit zu nutzen und mit überzeugenden Produkten und Angeboten mehr Gäste nach Graubünden zu holen», sagte Fasciat.

Schwere Zeiten stehen bevor

Dies soll gemäss dem Unternehmen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zeiten für die RhB aktuell sehr anspruchsvoll sind. Nach der Coronazeit beeinflussen nun andere Themenbereiche die wirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen.

Der Krieg in der Ukraine, die stark ansteigende Teuerung, die spürbare Energiekrise und die hohen Wechselkursveränderungen bereiten der Rhätischen Bahn Sorgen. Dank der guten und engen Zusammenarbeit und dem ständigen Dialog zwischen der RhB und den Bestellern Bund und Kanton Graubünden werden derzeit aber die nötigen Massnahmen getroffen, um die RhB auch für das Jahr 2023 und die Folgejahre auf Kurs zu halten.

Ab dem Fahrplanwechsel wird geflügelt

Am Sonntag, 11. Dezember startet die RhB mit dem Flügelzugbetrieb zwischen Landquart und St. Moritz/Davos. Gemäss Konzept werden künftig jeweils zwei bis maximal vier der vierteiligen Capricorn-Triebzüge zusammengekuppelt und als ein Zug von Landquart nach Klosters Platz geführt.

Dort wird der Zug aufgeteilt: Ein Zugteil, respektive «Flügel» fährt weiter nach St. Moritz, der andere nach Davos. In der umgekehrten Richtung werden die zwei Züge in Klosters Platz wieder automatisch zusammengekuppelt und verkehren anschliessend als einer. So können den Fahrgästen mehr und umsteigfreie Verbindungen geboten und die Kosten stabil gehalten werden.

(kop)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. Dezember 2022 11:02
aktualisiert: 5. Dezember 2022 15:57