Greenpeace-Studie

Umweltschützer empört: WEF-Jets so schädlich wie 350'000 Autos

14. Januar 2023, 06:25 Uhr
Wenn das «Who is Who» der Weltwirtschaft nach Davos fliegt, hinterlässt das Spuren. Und zwar in der Umwelt. Der CO2-Ausstoss sei der vielen Jets wegen während des WEFs viermal so hoch wie im gleichen Zeitraum vor und nach dem Gipfel. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Greenpeace.

Quelle: TVO

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«Es ist paradox und eine Heuchelei. Auf dem WEF wird geredet über das Sterben und die Ungleichheit und gleichzeitig reisen die Teilnehmenden zum grössten Teil mit dem Privatjet an und sind genau die Verursacher der Krise», sagt Iris Menn, Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz.

«Privatjets gehören verboten»

Eine Studie der niederländischen Umweltberatungsfirma CE Delft, die Greenpeace in Auftrag gegeben hat, habe ergeben, dass sich die Zahl der Flüge mit Privatjets während des Weltwirtschaftsforums 2022 weltweit verdoppelt im Vergleich zu einer normalen Woche. Die CO2-Emissionen würden sich im gleichen Zeitraum sogar vervierfachen. Dies schreibt Greenpeace am Freitag in einer Mitteilung. Die Privatjets stiessen dabei gleich viele CO2-Emissionen aus wie 350’000 Autos in einer Woche.

«Privatjets gehören verboten. Studien zeigen, dass sie fünf bis 14 Mal schädlicher sind als herkömmliche Flugzeuge und sogar 50 Mal schädlicher als Züge. Ein Abschaffen kann deutlich dazu helfen, die Klimakrise einzudämmen», so Menn. Es sei angezeigt, das eigene Handeln mit dem Reden in Einklang zu bringen. Dies gelte auch für die Reichen und Mächtigen der Welt. Man könne schliesslich auch mit dem Zug ans WEF reisen, viele der Privatjets würden ohnehin auf Kurzstecken verkehren.

Auch Flugplatz Altenrhein in der Verantwortung

Viele der Jets landen auf dem Flugplatz in Altenrhein. Dieser macht während des Forums in Davos jeweils in einer Woche so viel Umsatz wie sonst in einem Monat. Iris Menn sieht auch den Flughafen in der Verantwortung. «Es könnte für einen Flughafen wie Altenrhein zum Beispiel ein Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise sein, Privatjets nicht mehr anzunehmen», sagt sie.

Zu der Studie und der Forderung von Greenpeace wollen sich die Flugplatzbetreiber aber nicht äussern. Man erachte dies als «nicht zielführend», heisst es auf Anfrage von TVO.

(tle/mas)

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Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Januar 2023 06:26
aktualisiert: 14. Januar 2023 06:26