Untersuchung zu Bondo eingestellt

René Rödiger, 16. Juni 2019, 08:09 Uhr
Nach einem der grössten Schweizer Bergstürze seit 130 Jahren im bündnerischen Bondo mit acht toten Wanderern wird niemand juristisch belangt.

Die Bündner Justiz hat die Untersuchung zum Vorfall im Sommer 2017 eingestellt, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Am Mittwoch sei eine entsprechende Verfügung erlassen worden, sagte der zuständige Staatsanwalt Maurus Eckert der Zeitung. «Das Ereignis war nicht vorhersehbar, weshalb niemandem Fahrlässigkeit angelastet werden kann.»

Die Einstellung der Untersuchung ist noch nicht rechtskräftig. Beim Bergsturz im Bergell kamen am 23. August 2017 acht Wanderer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ums Leben. Sie befanden sich auf Fusswegen am Piz Cengalo, als drei Millionen Kubikmeter Felsmassen ins Tal donnerten. Die Staatsanwaltschaft Graubünden klärte deshalb ab, ob die Berggänger ausreichend vor der Gefahr gewarnt worden waren. Im Raum stand der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung.

Ein Bergsturz zeichnete sich am Piz Cengalo seit Jahren ab. Der Berg wurde schon lange überwacht. Das Dorf Bondo und die benachbarten Siedlungen werden Schritt für Schritt wieder Instand gestellt. Die Bündner Regierung genehmigte hierfür knapp zwölf Millionen Franken.

René Rödiger
Quelle: SDA
veröffentlicht: 16. Juni 2019 08:07
aktualisiert: 16. Juni 2019 08:09