Weinjahr 2019

Wein im FM1-Land: Das kommt richtig gut, wenn...

Linda Aeschlimann, 13. September 2019, 15:13 Uhr
Rebberg_Heiligkreuz
In wenigen Wochen beginnt im FM1-Land die Weinlese.
© Keystone
Bald beginnt im FM1-Land die Weinlese. Die Winzer sind zuversichtlich, dass es auch in diesem Jahr einen richtig guten Tropfen gibt. Aber die Prognosen sind wie im Lotto: ohne Gewähr.

Gute Nachrichten gibt es für alle Weinliebhaber. Besonders für die, die gerne lokalen Wein trinken. Bis heute deutet alles auf einen guten Jahrgang 2019 hin. Doch jetzt steht noch die entscheidende Phase bevor. Die nächsten zwei Wochen sind matchentscheidend und eine Zitterpartie für Winzer und Konsumenten. 

Die Nässe im Frühjahr

Es sei ein spezielles Jahr, sagt Peter Wegelin vom Scadengut in Malans: «Sehr intensiv und arbeitsaufwendig war es. Wir mussten viel in die Pflege der Reben und der Erde investieren.» Besonders der Start, mit dem feuchten und kühlen Mai, war für die Pflanzen nicht optimal. Die Reben sind kaum gewachsen. Dann aber, als es anfangs Juni warm wurde, ist gemäss Wegelin im Rebberg «die Post abgegangen».

Menge reduzieren im Sommer

Die Reben hatten diesen Sommer richtig schön geblüht. Entsprechend viele Trauben hängen an den Rebstöcken. Super, denken sich jetzt vermutlich viele. Das gibt richtig viel Wein. Doch die Winzer im FM1-Land möchten nicht unbedingt Quantität sondern Qualität. «Wir haben viele Trauben rausgeschnitten, also die Menge reduziert», sagt Andi Bärtsch, Winzer bei Bärtsch Weine Mels. Wenn zu viele Trauben hängen, besteht ein grösseres Risiko, dass die Trauben faul werden.

Das Bangen im Altweibersommer

Genau wegen dieser Fäulnisproblematik sind die Weinbauern weiterhin wie auf Nadeln. Die Trauben müssen gesund bleiben, aktuell wären sie schön prall und schwer, sagt Bärtsch weiter. Und auch einige Kilometer weiter, in der Bündner Herrschaft bei Peter Wegelin, tönt es gleich. «Ich hoffe, dass das Wetter jetzt einfach schön bleibt. Dann passt der Jahrgang 2019 perfekt.»

Für den perfekten Wein braucht es also noch viel Sonne und wenig Wespen und Fliegen. Dann könne der 2019er qualitativ an den Spitzenjahrgang vom letzten Jahr kommen, so die Winzer gegenüber FM1Today.

Die Weinlese im Herbst

Die Zeichen für einen guten Wein stehen also gut. Gewissheit haben die Winzer und Konsumentinnen und Konsumenten aber erst, wenn die Trauben im Keller sind. In Malans und Mels wird damit gerechnet, dass die grosse Weinlese Anfangs und Mitte Oktober stattfinden wird.

Ein optimaler Zeitpunkt wäre das. Peter Wegelin rechnet es uns mit dem Zuckergehalt, dem Öchslegrad, vor: «Es gibt eine Faustregel: Bei diesem Wetter ist der Zuckeranstieg pro Tag zirka ein Oechsle. Aktuell sind wir gefühlt bei Mitte 70 Oechsle und Mitte 90 wollen wir. Das heisst nun, dass wir in gut 20 Tagen die Trauben lesen werden.» Aber Wegelin sagt auch, dass die Prognose wie das Lottospiel sei – «ohne Gewähr».

Und Andi Bärtsch aus dem Sarganserland weiss auch: Neben dem guten Wetter ist auch ein gutes Timing des Winzers gefragt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. September 2019 16:24
aktualisiert: 13. September 2019 15:13