Wenn Fremde plötzlich das Glace zahlen

Lara Abderhalden, 3. September 2017, 11:59 Uhr
Ausschnitt aus dem neusten Video von «Change Moments».
© zVg
Statt Hunderte von Franken im Ausgang zu versaufen, geben die Jungs von «Change Moments» ihr Geld lieber Fremden. Mit einer versteckten Kamera filmen sie, wie die Leute reagieren, wenn ihnen plötzlich der Zmittag oder der Kaffee bezahlt wird. Die Reaktionen sind unbezahlbar.

«Meistens werden in Clips mit versteckter Kamera Menschen durch den Dreck gezogen», sagt Stefan Pfister, Gründer von «Change Moments». Das wollen die sieben Jungs von «Change Moments» nicht. Im Gegenteil: «Wir wollen Momente verändern und Leute überraschen.» Dies tut die siebenköpfige Crew aus Graubünden, Zürich, Bern und Aargau auf ganz unterschiedliche Weise. Im neusten Video, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, zahlen sie wildfremden Menschen in Winterthur die Getränke, das Glace oder ein Bier.

«Wir haben das schon oft unter Kollegen gemacht, dass wir jemand Fremdem etwas bezahlt haben», sagt Stefan Pfister. «Es ist unglaublich schön, die Reaktionen der Menschen einzufangen.» Aus Fremden würden plötzlich Freunde: «Die Leute bedanken sich oder nehmen sich vor, so etwas auch einmal zu tun.»

Coiffeusen und Skiliftmitarbeiter überrascht

Es ist nicht das erste Projekt von «Change Moments». Das erste Video wurde im Dezember letzten Jahres veröffentlicht. Darin schenken Stefan Pfister und Daniel Schürch verschiedenen Coiffeusen Zeit.

In Arosa beschenkten sie zwei Mitarbeiter der Bergbahnen mit Lindor-Kugeln, die am Bügellift befestigt waren, stellvertretend für alle Mitarbeiter, welche im Winter so hart «bügeln» müssen.

Das letzte Video erschien im Juni dieses Jahres. Dabei wurde für Fremde ein Apéro mitten im Park veranstaltet. Inklusive Kellner in weissen Schürzen.

«Wir finanzieren uns selbst»

Finanziert werden die Aktionen aus eigener Tasche. «Wir teilen uns die Kosten auf. Statt ein ganzes Wochenende in den Ausgang zu gehen, verschenken wir das Geld.» Reich seien die Jungs keinesfalls. «Wir haben auch einige bei uns in der Gruppe, die noch studieren.»

Von links: Tobias Grimm, Stefan Pfister, Jonas Harlacher, Mirko Schindler, Daniel Schürch, Jan Dino und Simon Reinker. (Bild: zVg)
© von links: Tobias Grimm, Stefan Pfister, Jonas Harlacher, Mirko Schindler, Daniel Schürch, Jan Dino und Simon Reinker. (Bild: zVg)

Pro Jahr möchte die Gruppe ungefähr sechs Videos veröffentlichen. «Wir haben mit dem Projekt zwei verschiedene Ziele. Zum einen wollen wir den Leuten, die wir beschenken, eine Freude machen. Zum anderen den einen oder anderen dazu animieren, es uns gleich zu tun. Es geht nicht um grosse Geldbeträge, sondern um kleine Zeichen oder Gesten, die einen Moment im Leben eines anderen verändern können.»

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Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 3. September 2017 11:56
aktualisiert: 3. September 2017 11:59