Wolf brach in Stall ein - Bauer vertrieb ihn

Raphael Rohner, 21. Februar 2017, 11:55 Uhr
In der Bündner Gemeinde Trun erwischte ein Hobbyschäfer einen Wolf in seinem Schäferstall. Dieser riss ein Schaf und dann verschwand er. Der Bauer warnt andere vor Meister Isegrim und dessen geschickter Art in Stallungen zu kommen.

«Wahrscheinlich habe ich den Wolf mit meiner Ankunft vertrieben», sagt Mathias Decurtins aus Trun gegenüber der Zeitung «Südostschweiz». Am vergangenen Samstag kam Decurtins zu seinem Stall bei Acla digl Oberst und merkte, dass etwas nicht stimmte. Kurz vor seiner Ankunft war ein Wolf in seinem Stall und tötete ein Schaf: «Das gerissene Schaf war furchtbar zugerichtet. Es hatte schwere Verletzungen am Hals und in der Bauchgegend und starb.» Der Wolf sei nach seinem Riss im Stall weitergezogen und hat weitere Tiere gerissen.

Wolf ist in Stall eingebrochen

«Bei mir ist der Wolf über den unteren Teil der Stalltüre gesprungen und so in das Gebäude eingedrungen», erzählt Decurtins. «Das ist etwas ganz Neues, wohl nicht nur in der Surselva», sagt er. Schäfer  müssen also auf der Hut sein, denn Meister Isegrim versteht es immer geschickter mit Hindernissen umzugehen, vorallem vom Hunger getrieben. Der Einbruch des Wolfes ist tatsächlich der erste Riss dieser Art. Der Wolf kommt also doch in die Nähe der Menschen. Warum der Schafbauer die obere Stalltüre aufgelassen hat? - Er rechtfertigt sich damit, dass die Tiere frische Luft brauchen und er diese Türe seit Jahr und Tag offen lasse. Nie hätte er damit gerechnet, dass ein Wolf da hinein kommt.

Einbrechender Wolf etwas Neues

Der Chef-Wildhüter des Reviers Vorderrhein, Werner Degonda ist ebenso überrascht von der neuen Taktik des Wolfes: «In der Surselva ist bisher noch nie ein Wolf in ein Gebäude eingedrungen.» Den Bauern in der Region wurde geraten die Stallungen ganz abzuschliessen. Der betroffene Bauer Decurtins bekommt zwar sein Schaf entschädigt, doch ist er traurig: «Es wird Zeit sich ernsthaft zu überlegen, wie wir in der Schweiz ein Leben mit dem Wolf führen.» Wir seien nicht in Alaska, wo es genug Platz habe für Wölfe und Menschen. Der Schafbauer respektiert den Wolf jedoch und hofft, dass den Tieren der nötige Respekt entgegengebracht wird.

(rar)

 

Raphael Rohner
veröffentlicht: 21. Februar 2017 07:32
aktualisiert: 21. Februar 2017 11:55