Surselva

Wolf erschossen: Tier hatte sich zu fest an Menschen gewöhnt

21. Januar 2022, 10:31 Uhr
In der Nacht auf Donnerstag ist in der oberen Surselva ein Wolf erlegt worden. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren besorgniserregenden Begegnungen zwischen Mensch und Tier gekommen. Der Kanton Graubünden hat deshalb den Abschuss des Problemtiers beschlossen.
Im Kanton Graubünden wurde ein Wolf erschossen, weil er zur Gefahr für den Menschen wurde. (Symbolbild)
© Keystone/FABRICE COFFRINI

Der Wildhut hatte die Entwicklung bezüglich der Begegnungen des Wolfs mit Menschen in der Cadi seit längerer Zeit beobachtet, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Mehrere Versuche, das Tier mit einem Sender zu versehen und mit Gummischrot zu vergrämen, blieben erfolglos.

Wolf war Person gefolgt

Die Begegnungen innerhalb des Siedlungsgebiets hätten in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Der Wolf fiel zunehmend wegen seines problematischen Verhaltens mit potentieller Gefährdung des Menschen auf. Am Sonntagmorgen sei es beispielsweise zu einer Begegnung gekommen, bei welcher der Wolf unbemerkt einer Person gefolgt war und schliesslich in einer Entfernung von zwei Metern über einen längeren Zeitraum nahe der Person verweilte, um in der Folge weiter Richtung Dorf zu laufen.

Die zunehmende Gewöhnung des Wolfs an den Menschen und das dadurch erhöhte Risiko einer Gefährdung für den Menschen seien alarmierend gewesen, so der Kanton. Beim mittlerweile erlegten Wolfsrüden handle es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Einzelwolf.

Kanton gab Abschuss frei

Um das Risiko einer zunehmenden Gefährdung von Menschen zu vermeiden, hat der Kanton deshalb entschieden, den Abschuss des Problemtiers unter Anwendung der polizeilichen Generalklausel vorzunehmen. Der Wolf wurde in der Nacht auf Donnerstag in unmittelbarer Siedlungsnähe erlegt und für weitere Untersuche ans Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin Fiwi in Bern überführt. Die genetische Untersuchung wird am Laboratoire de Biologie de la Conservation, Université de Lausanne, vorgenommen werden.

Wölfe, die in freier Wildbahn aufwachsen und dort leben, sind nicht grundsätzlich gefährlich und meiden meist den Kontakt zu Menschen, wie der Kanton weiter schreibt. Gefährlich kann es werden, wenn sich Wölfe an den Menschen gewöhnen und seine Anwesenheit gar mit Futter in Verbindung bringen. Bei Begegnungen mit einem Wolf sollte man sich entsprechend den Empfehlungen des Amts für Jagd und Fischerei verhalten und diese umgehend der Wildhut melden.  

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Januar 2022 10:22
aktualisiert: 21. Januar 2022 10:31
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