Graubünden

Zu wenig Platz: Davos will Camping-Angebot ausweiten

Stefanie Rohner, 29. Mai 2022, 05:45 Uhr
In den vergangenen zwei Jahren erlebte Camping einen regelrechten Boom. Das wurde auch in Davos deutlich spürbar, weswegen die Gemeinde das Angebot erweitern möchte. Nun wurde ein geeigneter Standort gefunden und die Planung kommt in Gang.

«In den vergangenen Jahren – also auch schon vor der Pandemie – haben die Anfragen für das Campen stark zugenommen. Camping hat einen unglaublichen Boom erlebt, der durch die Pandemie noch verstärkt wurde», sagt Yasmine Bastug, Leiterin Stadt- und Landschaftsplanung bei der Gemeinde Davos.

Nur: Davos kann den Boom mit nur einem Campingplatz nicht so erfüllen, wie die Nachfrage es erfordert. Dadurch habe das Wildcampen zugenommen. «Wir haben letztes Jahr temporäre Stellplätze am Davosersee, auf dem Flüelapass und bei der Pischa-Talstation geschaffen, um dem entgegenzuwirken. Auch dieses Jahr werden die Standorte Davosersee und Flüelapass ab dem 1. Juni wieder so betrieben werden», sagt Bastug.

«Nur einer von acht Standorten kommt in Frage»

In Davos gibt es mit dem Campingplatz «Rinerlodge» 80 Standplätze, das reiche nicht aus. Die Idee, diesen auszubauen wurde verworfen. «Dort ist kein Ausbau möglich, viele Kriterien wären nicht erfüllt und die Kosten wären nicht im Verhältnis zum Nutzen gewesen», sagt Bastug.

Bis April dieses Jahres wurden acht Standorte geprüft. Diese Untersuchung wurde mit festgelegten Kriterien durchgeführt. Unter anderem spielten Erreichbarkeit, Lage, Naturnähe, raumplanerische und gestalterische Aspekte eine Rolle. «Es kommt nur einer der acht Standorte in Frage: Der Standort Lusi in Davos Laret», sagt Bastug.

Bevölkerung muss Teilrevision zustimmen

Positiv ist, dass nicht nur die raumplanerischen Kriterien erfüllt wären, sondern auch die Eigentümer bereit sind, einen Campingplatz aufzubauen und zu betreiben. «Die Familie kam bereits vor der Prüfung aller Standorte auf uns zu und signalisierte, dass Interesse ihrerseits besteht. Dennoch wollten wir eine grundlegende Standortevaluation machen, um auch aus planerischer Sicht den richtigen Standort zu finden. Dieser ist der einzige, der die Kriterien erfüllen würde», sagt Bastug.

Sie sagt, die Familie habe bereits einen Businessplan, der die mehrjährige Entwicklung aufzeige. «Die Begeisterung, mit der die Familie dabei ist, ist nebst dem Standort ein Glückstreffer für uns», sagt Bastug. Dennoch: Eine Umsetzung ist so schnell nicht möglich, die Standortfrage ist noch nicht definitiv geklärt. Die Bevölkerung muss erst einer Teilrevision der Ortsplanung zustimmen. Im Zeitplan der Gemeinde ist diese Abstimmung 2024 vorgesehen. «Die Projektierung und Umsetzung würde 2025 Thema werden», sagt Bastug.

Pilotprojekt für «Glamping» 

Doch es gibt eine weitere Idee, die schon bald geprüft werden soll: Die Gemeinde Davos möchte im kommenden Jahr ein Pilotprojekt starten und alpines Camping und Glamping – also glamouröses Campen – testen. «Wir haben 19 Standorte geprüft, mit einem starten wir das Pilotprojekt. Ziel ist es, bis im Herbst einen Plan zu haben, damit wir 2023 loslegen können», sagt Bastug.

Die Erfahrungen des Pilotprojekts werden im Anschluss ausgewertet und die Gemeinde hofft, dass das alpine Campen und Glamping in die Gesamtrevision der Ortsplanung eingebaut werden kann. So oder so: Campingbegeisterte müssen sich noch etwas gedulden. Sie sollten aber unbedingt die temporären Stellplätze und den Campingplatz nutzen und von Wildcamping absehen. Das ist in Davos nämlich verboten.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Mai 2022 05:45
aktualisiert: 29. Mai 2022 05:45
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