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Grosse Lawinengefahr im FM1-Land

Lara Abderhalden, 9. März 2017, 16:14 Uhr
Die Lawinengefahr steigt. In weiten Teilen des FM1-Landes ist sie am Donnerstag auf die zweithöchste Gefahrenstufe geklettert. So heikel war die Situation in diesem Winter noch nie. Es sind Lawinen möglich, die bis ins Tal kommen.
In den Skigebieten herrscht erhöhte Lawinengefahr.
© KEYSTONE/Lukas Lehmann

Wegen der anhaltenden Niederschläge ist die Lawinengefahr in gewissen Teilen der Schweiz auf die Gefahrenstufe 4 erhöht worden. «Vor allem im Berner Oberland, in der Zentralschweiz, den Glarner Alpen und nördlich von Graubünden ist die Situation heikel», sagt Beni Zweifel, Lawinenprognostiker am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SFL. Dies hange mit dem Wetter zusammen: «In der Nacht hat es Regen bis über 2000 Meter gegeben. Dieser Regen ist ungünstig in der Kombination mit der lockeren Schneedecke», erklärt der Spezialist.

Regen in den Bergen erhöht Lawinengefahr

In den letzten Tage habe es relativ viel geschneit bei tiefen Temperaturen. So habe sich eine lockere Schneeschicht gebildet. Die warmen Temperaturen und der Niederschlag der letzten Nacht hätten nun dazu geführt, dass schwerer Schnee auf dem lockeren Schnee liegt. «Dadurch kann sich leicht ein Schneebrett lösen.»

SFL
© SFL

Auf der Skipiste müsse man keine Angst haben: «Die Skigebiete beurteilen die Lawinensituation täglich. Wo eine Gefahr besteht, werden die Lawinen künstlich gesprengt oder es werden Pisten gesperrt.» Die Gefahr besteht vor allem abseits der Piste: «Wir raten den Schneesportlern zurückhaltend zu sein. Nur wer sehr viel Erfahrung hat, sollte sich abseits der Piste aufhalten.»

Heftigste Situation in diesem Winter

Durch die zum Teil grosse Lawinengefahr ist es auch möglich, dass sich Lawinen lösen, die bis ins Tal reichen: «Wir unterscheiden zwischen grosser und erheblicher Lawinengefahr. Bei der grossen Lawinengefahr, also Stufe 4, können die Lawinen bis weit ins Tal gelangen und auch Verkehrswege treffen.» Bereits seien im Bündnerland einige kleine Strassen gesperrt worden. Dabei handle es sich aber um abgelegene Strassen, die kaum benutzt werden. «Die Leute dort sind sich das gewöhnt.»

Dass die Lawinengefahr derart hoch ist, komme in einem normalen Winter drei bis viermal vor. «In diesem Winter haben wir im Moment wahrscheinlich die heikelste Situation.» Eine Besserung sei aber schon in Sicht: «Wir rechnen mit einer langsamen Abnahme in den nächsten Tagen. Auf das Wochenende hin sind keine Niederschläge oder Schnee angesagt. Deshalb sollte sich die Situation beruhigen.»

Nicht nur im FM1-Land ist die Lawinengefahr angestiegen. Im Walliser Skigebiet Belalp wurde heute Morgen eine Lawine gesprengt. Das eindrückliche Video der Schneesportschule Belalp:

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 9. März 2017 11:06
aktualisiert: 9. März 2017 16:14