Gründe für Flugzeug-Crash über Wil geklärt

Laurien Gschwend, 21. Juni 2017, 16:07 Uhr
Der Pilot der Piper versuchte, auf einem Feld in Bronschhofen notzulanden. Das Flugzeug wurde komplett zerstört. (Archiv)
© Thurgauer Zeitung/Donato Caspari
Im August 2014 sind über Rickenbach bei Wil zwei Flugzeuge zusammengeprallt. Gemäss dem Untersuchungsbericht haben die beiden Piloten den Luftraum zu wenig aktiv überwacht.

Der Schlussbericht zum Flugzeug-Crash wurde am Mittwoch von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) publiziert. Zum schweren Unfall zwischen den beiden Kleinflugzeugen kam es gemäss dem Dokument, weil die «Luftraumüberwachung zu wenig aktiv erfolgt war». Weder der Pilot der sechsplätzigen Cessna noch jener der vierplätzigen Piper hätten das jeweils andere Flugzeug in den anderthalb Minuten vor der Kollision wahrgenommen, ist dem Untersuchungsbericht zu entnehmen.

Einander zu spät erkannt

«Beide Piloten erkannten das sich annähernde Flugzeug auf Kollisionskurs erst in einer Distanz von ungefähr 50 Metern», heisst es weiter. Trotz der eingeleiteten Ausweichmanöver sei es deshalb nicht gelungen, den Crash zu verhindern. Die Piloten seien Sekunden vor dem Zusammenprall mit «anderen Tätigkeiten als der Luftraumüberwachung» beschäftigt gewesen, «was ihr Augenmerk zeitweise ins Innere des Cockpits lenkte».

Als zweite Ursache nennt die SUST, dass keines der beiden Flugzeuge über ein Kollisionswarnsystem verfügte.

Zum Unfall kam es an einem Sonntagnachmittag. Die Piper war im thurgauischen Lommis zu einem Rundflug gestartet, an Bord waren neben dem Piloten drei Passagiere. Die Cessna befand sich vom Flughafen Zürich auskommend auf einem privaten Flug, der Pilot hatte zwei Passagiere bei sich.

16-Jährige nach Unfall gestorben

Beide Maschinen wurden beim Unfall stark beschädigt. Der Pilot der Piper versuchte, auf einer Wiese in Bronschhofen im Kanton St.Gallen notzulanden. Dabei verletzten sich alle Insassen schwer, eine 16-jährige Passagierin starb zwei Tage danach. Dem zweiten Piloten gelang es, nach Sitterdorf im Thurgau zu fliegen und dort auf dem Flugplatz eine Notlandung einzuleiten.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 21. Juni 2017 16:07
aktualisiert: 21. Juni 2017 16:07